Junior Depot Vergleich: 7 Jugend- und Kinderdepots inkl. Ratgeber

4

Wann lohnt sich ein Junior Depot genau? In Zeiten anhaltender Niedrigzinsen hat das klassische Sparbuch als Starthilfe in das selbstständige Leben längst ausgedient. Experten raten daher immer wieder zu ETF- und Fondssparplänen als rentable Alternativen. Doch auch andere Formen des Wertpapierhandels können für einen kostenbewussten Vermögensaufbau für die eigenen Kinder oder Enkelkinder sorgen.

Damit Kinder von diesen Finanzprodukten profitieren können, benötigen sie ein Junior Depot. Mit einem solchen Kinderdepot können Sie Ihren Kindern einen guten Start ins Erwachsenenleben bieten.

Sobald Sie die finanziellen Mittel haben, sollten Sie an das Sparen für Ihre Kinder denken. Ein Junior Depot bietet dabei die beste Möglichkeit, langfristig und bereits mit kleinen Raten Geld gewinnbringend anzulegen.

Welche Möglichkeiten sich Ihnen bieten und worauf Sie dabei achten müssen, erklären wir in unserem umfangreichen Kinder-Depot Ratgeber.

Junior Depot Vergleich: Die besten 7 Depots für Kinder im Überblick (11/2020)

Was das beste Depot für Sie ist, können wir Ihnen nicht genau beantworten. Die Antwort ist abhängig von einigen Faktoren wie Ihrem Anlageverhalten, Ihrer Risikobereitschaft, der Häufigkeit von Trades etc. Aber wir stellen Ihnen in unserem kurzen Junior Depot Test für verschiedene Szenarien die in unseren Augen besten Broker vor.

 AnbieterKosten Depot p.a.BesonderheitenMehr Infos
1.comdirect Logo
comdirect
JuniorDepot

Kostenlos, bei regelmäßiger Einzahlung

+ Kostenlose Depotführung bei regelmäßiger Einzahlung (z. B. in einen Wertpapiersparplan)
+ Produkte: Wertpapiersparplan, Einmalanlage
+ 25 € Sparplanzuschuss
+ Mit Sparraten ab 25 €
+ Steuerfreibetrag von bis zu 10.005 € pro Kind
2.Consorsbank Logo
Consorsbank
Junior-Depot

0,00 €

+ Kostenloses Depotführung
+ Mit einem Sparplan (ab 25 € mtl.) oder mit Einmalanlagen investieren
+ Produkte: ETFs, Fonds oder Aktien
+ 20 € Prämie für Neukunden
3.flatex Logo
flatex
Depot für Minderjährige

0,1 % des Kurswertes aller verwahrten Wertpapiere

+ Eröffnung auch für Minderjährige mit Wohnsitz im Ausland
+ Kaum Handelseinschränkungen
+ Günstige Ordergebühr
+ Über 250 ETF-Sparpläne ohne Ordergebühr handeln
+ "Bester ETF- und Hebelzertifikate-Broker": BÖRSE ONLINE 12/2020
- Eröffnung online nicht möglich
- Negativer Guthabenzins von -0,5 % p.a. auf das Cash-Konto (Verrechnungskonto)
4.ING Logo
ING
Direkt-Depot Junior

0,00 €

+ Kostenloses Depotführung
+ Breites Angebot an Wertpapier-Sparplänen – bereits ab 50 Euro im Monat
+ Risikoreiche Anlageklassen sind ausgeschlossen
+ Für Neukunden: die ersten 6 Monate für nur 2,90 € pro Order handeln
5.S Broker Logo
S Broker
Minderjährigendepot

0,00 €

+ Kostenloses Depotführung
+ Wertpapiergeschäfte und Sparpläne mit Fonds, Aktien und Anleihen
+ Mit Sparraten ab 50 €
6.1822direkt Logo
1822direkt
Wertpapierdepot

Kostenlos, bei mind. einer Order oder einer Wertpapiersparplanausführung im Quartal

+ Über 700 sparplanfähigen ETFs
+ Mit ComStage 24 Monate lang kein Orderentgelt
+ Mit Sparraten ab 50 €
+ Kein Ausgabeaufschlag bei ETFs

1. comdirect JuniorDepot

Sorgen Sie heute für morgen vor und ermöglichen Sie Ihren Kleinsten einen finanziell entspannten Start ins selbstbestimmte Leben. Über das comdirect Junior-Depot können Sie einen Fondssparplan oder eine einmalige Wertpapieranlage (Fonds, ETF oder Aktie) ab 25 EUR monatlicher Sparrate einrichten.

Die Depotführung ist dabei kostenlos, wenn Sie:

  • regelmäßig einzahlen,
  • einen Wertpapiersparplan gewählt haben,
  • mindestens 2 Trades im Quartal tätigen.

Ansonsten fallen für die Depotführung nach einem halben Jahr 1,95 EUR im Monat an. Für Sparpläne und Orders gelten die normalen Preise.

Für die Eröffnung eines comdirect JuniorDepots müssen Sie den Antrag ausfüllen und ausgedruckt und von allen Erziehungsberechtigten unterschrieben an die Bank schicken. Alle Sorgeberechtigten müssen sich dabei über das PostIdent-Verfahren identifizieren.

Folgende Unterlagen müssen unter Umständen dem Antrag beigefügt werden:

  • Geburtsurkunde des Kindes und eventuell Personalausweis
  • Kopie des Sorgerechtsbeschlusses bei Alleinerziehenden
  • Kopie des Beschlusses über gemeinsames Sorgerecht bei nicht verheirateten Eltern
  • Heiratsurkunde bei verheirateten Eltern mit unterschiedlichen Nachnamen
  • US-Steuerformular bei US-Bürgern
  • Vollmacht, wenn andere Personen als die Eltern das Junior-Depot beantragen

2. Consorsbank Junior-Depot

Das Consorsbank Junior-Depot eignet sich hervorragend für den mittel- und langfristigen Vermögensaufbau für Ihre Kinder. Die Depotführung sowie das Verrechnungskonto sind dabei vollkommen kostenlos. Sie können bei dem Consorsbank Kinderdepot selbst entscheiden, ob Sie nur eine Einmalanlage tätigen oder einen Sparplan auf über 1.000 Fonds, ETFs oder Aktien tätigen wollen. Ein Sparplan ist dabei ab einer Rate von 25 EUR monatlich und einer Ausführungsgebühr von 1,5 % der Anlagesumme möglich.

3. quirion ETF-Kindersparplan

Wollen Sie kostengünstig und risikofrei für die Zukunft Ihrer Kinder vorsorgen, ist das Kinderdepot des Robo-Advisors quirion die beste Alternative. Sie können selbst entscheiden, ob Sie nur einen einmaligen Betrag anlegen oder mit Sparraten ab 30 EUR monatlich das Kindesvermögen kontinuierlich steigern wollen. Es gibt dabei keinen Zwang für eine der beiden Varianten. Entscheiden Sie sich später um oder wollen Einzahlungen pausieren, ist das kein Problem.

Quirion legt das Geld automatisch an. Es ist dabei unerheblich, wann, wie und wieviel Geld eingezahlt wird. Die Gebühren sind mit 0,48 % p.a. aktuell unschlagbar günstig. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie, Familienmitglieder und Freunde jederzeit weitere Einzahlungen auf das Verrechnungskonto tätigen können.

Wann lohnt sich ein Kinderdepot?

Ob für den Führerschein, die erste Wohnung oder ein Work-and-Travel-Jahr, der Start ins Erwachsenensein kann teuer werden. Daher lohnt es sich, bereits nach der Geburt ein finanzielles Polster für die Sprösslinge aufzubauen. So können Sie und Ihre Kinder entspannt in die Zukunft blicken.

Doch es lohnt sich auch steuerlich: Auch Kindern steht steuerliche Freibeträge zu, genauer gesagt der Grundfreibetrag, der Sparerpauschbetrag und der Sonderausgaben-Pauschbetrag.

Wichtig: Läuft das Depot auf den Namen Ihres Kindes, werden Ihre Freibeträge nicht belastet und Sie können von höheren Steuerentlastungen profitieren.

Diese Möglichkeiten zum Sparen bietet ein Junior Depot

Wertpapiere sind regelmäßigen Kursschwankungen ausgesetzt. Als kurzfristige Geldanlage eignen sie sich daher eher weniger. Dafür bieten sie langfristig aber bessere Renditen als Tages- oder Festgeld.

Welche Möglichkeit ein Kinderdepot für das langfristige Sparen bietet, erklären wir Ihnen im Folgenden genauer.

1. Wertpapiersparplan

Wenn Sie regelmäßig kleinere Beträge sparen möchten, ist ein Sparplan für Kinder die beste Wahl. Die Mindestsparrate liegt bei 25 bzw. 50 EUR, nur einige wenige Broker erlauben auch 10 EUR. Der Turnus kann von Ihnen selbst frei gewählt werden. Möglich sind ein, zwei, drei oder sechs Monate.

  • Anlagemöglichkeiten: Sparpläne sind grundsätzlich nur mit Fonds, ETF oder Aktien möglich. Die derzeit beliebteste Variante ist das ETF-Sparen. ETF steht für Exchange Traded Fund und meint an der Börse gehandelte Indexfonds. Diese bilden die Entwicklung eines Indexes (DAX, Dow Jones etc.) oder eines bestimmten Themenfeldes (Rohstoffe, Nahrungsmittel etc.) ab.
  • Vorteile: Wertpapiersparpläne können bereits mit kleinen Beträgen eingerichtet werden. Zudem lässt sich die Sparrate in der Regel flexibel ändern und Raten können auch ausgesetzt werden. Und: Die regelmäßige Besparung mit einem immer gleichen Wert führt zum Cost-Average-Effekt.
  • Risiken: Ein Fonds kann sich auch schlechter als sein Referenzmarkt entwickeln. Zudem haben Sie durch das aktive Fondsmanagement keinen weiteren Einfluss auf die Anlage.

2. Einmalanlage

Wenn Sie einmalig einen großen Betrag für Ihr Kind anlegen wollen, und das Geld danach ruhen soll, sind Einmalanlagen die beste Variante für Sie. Eine solche Anlage eignet sich vor allem als Geschenk zu Geburt, Taufe, Schuleintritt oder anderen Festivitäten.

  • Anlagemöglichkeiten: Fonds und ETFs sowie Aktien eignen sich sehr gut für Einmalanlagen. Viele Banken bieten ein gesondertes Angebot für Einmalanlagen, hier ist dann allerdings die Wertpapierauswahl eingeschränkt.
  • Vorteile: Einmal investiert müssen Sie sich nicht weiter um die Anlage kümmern. Das Geld arbeitet im Stillen und generiert über die Jahre fleißig Rendite.
  • Risiken: Sie müssen selbst für ein ausgewogenes Portfolio sorgen. Das kann viel Zeit und Nerven in Anspruch nehmen. Wählen Sie hingegen ein vorgefertigtes Paket aus, haben Sie keinen Einfluss auf die Zusammenstellung.

3. Aktiendepot

Wenn Sie weder regelmäßige Beträge noch einen einzigen größeren Betrag für Ihr Kind anlegen wollen, lohnt sich ein Blick auf ein Kinderdepot mit günstigen Ordergebühren. Hier können Sie ab und zu einzelne Wertpapiere kaufen und so das Portfolio ganz individuell weiter ausbauen.

  • Anlagemöglichkeiten: Kinderdepots sind in der Regel stärker in den Handelsmöglichkeiten eingeschränkt als normale Depots. Dennoch bietet sich Ihnen bei dieser Variante eine wesentlich größere Auswahl an Anlagemöglichkeiten, auch wenn diese meist auf Aktien mit Risikoklasse 3 und niedriger beschränkt ist.
  • Vorteile: Das Aktiendepot für Kinder punktet vor allem in seiner hohen Flexibilität. Sie können jederzeit Wertpapiere kaufen und verkaufen und sich an Marktentwicklungen anpassen.
  • Risiken: Da Sie bei dieser Variante in höchster Eigenverantwortung Kapital für Ihr Kind anlegen, ist auch das Verlustrisiko durch Fehlentscheidungen höher. Sie sollten daher bereits ein hohes Maß an Erfahrung besitzen und bestenfalls bereits über mehrere Jahre Gewinne über den Wertpapierhandel erzielen.

Kosten für ein Minderjährigendepot

Fast alle Kinderdepots sind gänzlich kostenlose Depots, selbst wenn für die regulären Wertpapierdepots Verwaltungsgebühren anfallen. Alle anderen Gebühren entsprechen aber denen eines normalen Depots. Hierzu zählen:

  • Transaktionskosten
  • Orderentgelte für ETF-Sparpläne
  • Ausgabeaufschlag der Fondsgesellschaft

Einige Banken und Broker bieten spezielle Neukundenaktionen an, etwa Guthaben beim Depotwechsel, vergünstigte Ordergebühren oder Sachprämien für Mindestanlagesummen. Lassen Sie sich davon aber nicht blenden, denn nur selten führen diese Prämien zu finanziellen Vorteilen gegenüber der Konkurrenz. Rechnen Sie daher immer vorher aus, welche konkreten Kosten bei Ihrem Anlageverhalten auf Sie zukämen.

So eröffnen Sie ein Kinderdepot!

Wollen Sie ein Depot für Kinder eröffnen, ist die Vorgehensweise ebenso unkompliziert wie bei einem normalen Depot. Es werden lediglich einige weitere Unterlagen verlangt. Online Broker und Direktbanken bieten auf ihren Websites entsprechende Formulare. Diese müssen Sie nur ausfüllen, ausdrucken und per Post abschicken.

Beachten Sie, dass die Unterlagen von beiden Elternteilen unterschrieben werden und sich beide bei der Post über das Post-Ident-Verfahren legitimieren müssen. Besitzen Sie das alleinige Sorgerecht, benötigen Sie für den Antrag weder die Unterschrift noch eine Genehmigung durch den anderen Elternteil.

1. Wer darf ein Junior Depot eröffnen?

Grundsätzlich kann jeder für ein minderjähriges Kind ein Depot eröffnen. Neben den Eltern und Großeltern können also auch andere Verwandte und Freunde für die Zukunft des Kindes vorsorgen. Handelt es sich dabei um jemand anderen als die Eltern, müssen diese immer auch Ihre Einverständniserklärung abgeben.

2. Welche Unterlagen werden für die Junior Depot Eröffnung benötigt?

Wie bei jeder Depoteröffnung werden auch für ein Kinderdepot diverse Unterlagen verlangt. Da ein minderjähriges Kind nicht oder bedingt geschäftsfähig ist, müssen beide Eltern den Antrag unterschreiben.

Folgende Unterlagen müssen Sie immer einreichen:

  • Eröffnungsantrag
  • Steuer-ID des Kindes
  • Vollmacht bzw. Einverständniserklärung der gesetzlichen Vertreter
  • Kopie der Geburtsurkunde des Kindes
  • Kopie des Personalausweises bei Kindern ab 16 Jahren
  • Legitimation der gesetzlichen Vertreter

Wenn Sie in familiären Verhältnissen leben, die nicht dem klassischen Familien-Konzept entsprechen, müssen dem Depotantrag weitere Unterlagen hinzugefügt werden:

  • Sind Sie alleinerziehend, müssen Sie das entsprechende Gerichtsurteil zur Alleinsorge oder die Sterbeurkunde des anderen Elternteils in Kopie beilegen.
  • Besitzen beide Eltern das Sorgerecht, sind aber nicht miteinander verheiratet, müssen Sie zusätzlich die Sorgeerklärung beider Elternteile durch das Jugendamt oder einem Notar in Kopie beifügen.
  • Sind beide Eltern verheiratet, besitzen aber unterschiedliche Nachnahmen, ist zudem eine Kopie der Heiratsurkunde notwendig.
  • Und entspricht der aktuelle Familienname des Kindes nicht dem, der in der Geburtsurkunde vermerkt ist, wird zusätzlich eine Kopie der Namensänderungsurkunde verlangt.
  • Eröffnen Sie ein Depot für Ihre adoptieren Kinder, müssen Sie den Unterlagen noch die aktualisierte Geburtsurkunde, die Adoptionsurkunde oder das Gerichtsurteil in Kopie beilegen.

Darauf sollten Sie bei einem Kinderdepot achten

Ein Kinderdepot besitzt einige Besonderheiten, auf die Sie als Eltern achten müssen. Dies betrifft nicht nur die Zugriffsrechte, sondern auch die handelbaren Wertpapiere. Ein kurzer Überblick:

Konditionen

Nicht jedes Junior Depot wird kostenlos angeboten. Ein Depot Vergleich schafft Klarheit, welcher Broker und welche Bank das günstigste Angebot bietet. Achten Sie dabei auch auf die verschiedenen Konditionen und Voraussetzungen. Die meisten Minderjährigendepots beschränken sich auf Wertpapiersparpläne oder Einmalanlagen und bieten für die jeweilige Anlagemöglichkeit nur eine beschränkte Auswahl an Produkten. Zudem sind viele Vergünstigungen an Bedingungen oder einen Zeitraum gebunden.

Zugriff

Das Junior Depot wird auf den Namen des Kindes eröffnet, somit ist das gesamte darauf befindliche Kapital Eigentum des Kindes. Da Minderjährige aber nicht oder nur bedingt geschäftsfähig sind, werden die Erziehungsberechtigten – in der Regel beide Eltern – als Bevollmächtigte eingesetzt. Diese können dann im Sinne des Kindes Wertpapiere kaufen und verkaufen oder Sparpläne einrichten. Eröffnen die Großeltern oder Paten ein Jugenddepot, besitzen sie die Vollmacht über das Depot, sofern beide Erziehungsberechtigte dem schriftlich zugestimmt haben.

In jedem Fall endet die Vollmacht zu dem Zeitpunkt, wenn das Kind die Volljährigkeit erreicht. Dann kann es selbst über das Depotkonto frei verfügen und die Zugriffsrechte der Eltern (oder Großeltern, Paten etc.) erlöschen.

Steuern

Jeder hat Anspruch auf den Steuerfreibetrag, auch Kinder. Daher kann auch das minderjährige Kind seinen Sparerpauschbetrag geltend machen. Dann entfällt bis zu diesem Betrag die Abgeltungssteuer. Besitzt das minderjährige Kind noch andere verzinsliche Finanzprodukte, muss der Freistellungsauftrag für jedes Konto eventuell angepasst werden.

Aktuell (für das Jahr 2019) kann ein Kind von folgenden Steuer-Freibeträgen profitieren:

  • Grundfreibetrag: 9.168 EUR
  • Sparerpauschbetrag: 801 EUR
  • Sonderausgaben-Pauschbetrag: 36 EUR

Wenn Ihr Kind nur Einnahmen aus Kapitalvermögen erzielt, bleiben von den Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen also insgesamt 10.005 EUR steuerfrei. Und liegen die Gesamteinnahmen unterhalb der summierten Freibeträge, können Sie für Ihr Kind eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen. In diesem Fall ist auch dann keine Abgeltungssteuer fällig, wenn die jährlichen Kapitaleinkünfte über dem Sparerpauschbetrag liegen.

Prämien für ein Junior Depot

Einige Banken locken Kunden mit Prämien, diese sind aber stets an Bedingungen geknüpft. Meistens muss ein Sparplan für einen gewissen Zeitraum und mit einem Mindestbetrag bespart werden, damit eine Prämie zwischen 25 und 100 EUR gutgeschrieben wird.

Daneben bieten einige Banken und Broker auch Prämien für einen Depotwechsel. Dieses Angebot gilt auch für Kinder bzw. das Minderjährigendepot. In diesem Fall muss das alte Kinderdepot zum neuen Broker übertragen werden. Dann winken meist attraktive Sachpreise in Form von Spielzeug oder Gutscheinen für Freizeitaktivitäten. Steuerlich entstehen dadurch keine Nachteile, da die Wertpapiere weiterhin Eigentum Ihres Kindes bleiben.

Erlaubte Risikoklassen

Minderjährige unterliegen in Deutschland einem besonderen Anlegerschutz. Aus diesem Grunde sind Kinderdepots bei fast allen Banken und Brokern für hohe Risikoklassen (mindestens Risikoklasse 5) ausgeschlossen. Spekulative Zertifikate, Optionsscheine und Co. können demnach nicht mit einem solchen Depot nicht gehandelt werden. Und wollen Sie als Bevollmächtigter dennoch eine risikoreiche Order aufgeben, wird diese abgelehnt.

Risikobeschränkung für Kinderdepots

Immer wieder fragen sich Anleger, warum Minderjährigendepots überhaupt risikobeschränkt sind. Es ist verständlich, dass bei der Verwaltung des Vermögens Minderjähriger ein besonders Interesse nach Verlustbegrenzung besteht. Insbesondere, da Kinder und Jugendliche in der Regel nicht mitentscheiden können, was mit ihrem Geld geschehen soll. In diesem Sinne wäre ein einfacher Hinweis oder eine Empfehlung seitens der Bank bzw. des Brokers vollkommen ausreichend.

Stellungnahme der BaFin

Warum aber schließen viele Depotanbieter den Handel mit risikoreichen Wertpapieren generell aus? Auch wir fanden dazu keine befriedigende Antwort. Daher wandten wir uns direkt an die BaFin und fragten nach, welche Gesetzgebung dem zugrunde liegt. Ein Mitarbeiter klärte uns folgendermaßen auf:

Kinderdepots unterliegen als Wertpapierdienstleistung dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG). Laut § 63 Absatz 1 WpHG sollen diese Wertpapierdienstleistungen im bestmöglichen Interesse des Kunden erbracht werden. Banken und Broker dürfen daher nur jene Finanzinstrumente empfehlen und anbieten, die auch dem Kundeninteresse entsprechen (§ 63 Abs. 5 Satz 2 WpHG). Um nun jenes Kundeninteresse zu ermitteln – und der gesetzlichen Verpflichtung gerecht zu werden – erheben Broker und Banken relevante Informationen wie die bisherigen Erfahrungen im Wertpapierhandel oder das Alter. In den meisten Fällen erfolgt auf dieser Basis eine Einordnung in eine Risikoklasse.

Die meisten Wertpapierdienstleister versuchen im Sinne der Kinder und nicht deren Eltern zu handeln. Eine Risikobeschränkung ist dabei eine sehr bequeme Methode, denn:

  • Auch wenn das Kind noch nicht selbst entscheiden kann, werden möglicherweise ungewollt hohe Risiken ausgeschlossen
  • Eltern können nicht mit dem Kindesvermögen spekulieren
  • Portfolios mit einer Haltedauer von über 10 Jahren erzielen in der Regel auch mit einer konservativen Anlagestrategie angenehme Renditen
Gut zu wissen: Die Einteilung in Risikoklassen ist nach dem WpHG zwar zulässig, gesetzlich aber nicht speziell geregelt! Es besteht keine Verpflichtung, Jugenddepots in ihrer Risikoklasse zu beschränken.

Beschränkungen des Kinderdepots umgehen

Das WpHG beinhaltet zwar keine konkreten Vorgaben, risikoreiche Geschäfte für bestimmte Depot Typen einzuschränken. Die meisten Banken und Broker nutzen Risikoeinstufungen dennoch, um den gesetzlichen Vorgaben bequem gerecht zu werden. Sprechen Sie Ihren Broker direkt an, wenn Sie eine höhere Risikoklasse für das Depot Ihres Kindes wünschen. In den meisten Fällen wird die Beschränkung individuell aufgehoben. Manche Anbieter bleiben dennoch stur und schließen grundsätzlich hochriskante Assets wie Optionen und Optionsscheine, Futures oder CFDs aus dem Junior Depot aus. Einige sind sogar noch strenger und ermöglichen über Minderjährigenkonten nur das Investment in Fonds und ETFs.

Beißen Sie auch bei Ihrem Depotanbieter auf Granit, können Sie das Verbot nur mit einem kleinen Trick umgehen: Eröffnen Sie einfach unter Ihrem eigenen Namen ein (Unter-)Depot und kaufen darüber die gewünschten Wertpapiere (sofern Ihre eigene Risikoklasse es zulässt). Je nach Broker können Sie diese Assets direkt auf das Kinderdepot übertragen oder Sie halten die Wertpapiere in Ihrem eigenen Depot, bis Ihr Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat.

Das richtige Portfolio für Kinder

Ein Junior Depot dient dem langfristigen Vermögensaufbau für Ihre Kinder. Langfristig bedeutet in diesem Fall mindestens 10 Jahre. Da viele Anleger bereits kurz nach der Geburt bis zum Schuleintritt mit dem Sparen für ihre Kinder beginnen, sind es meist sogar Laufzeiten von über 15 Jahren. Ein blindes Zusammenstellen verschiedener Wertpapiere oder die Wahl des erstbesten Sparplans kann auf lange Sicht schlechte Renditen oder andere Probleme bedeuten.

Es ist wichtig, dass Sie sich die Zeit nehmen, passende Anlageprodukte zu wählen, die über solch lange Laufzeiten sehr gute Renditen garantieren und nicht etwa durch Marktumwälzungen wertlos werden.

Auf die Zukunft ausgerichtete Branchen

Vor allem die Debatte über den Klimawandel zeigt, wie schnell ein Markt an Bedeutung hinzugewinnen oder gänzlich verlieren kann. Die Kohleproduktion etwa wird mittelfristig keine wirtschaftliche Rolle mehr spielen, dafür werden Produzenten und Zulieferer von erneuerbaren Energien, alternativen Antrieben etc. sehr wahrscheinlich immer gefragter. Ein Kinderdepot ist langfristig ausgelegt, Sie sollten daher nur Wertpapiere aufnehmen, die auch in 10 Jahren noch im Wert steigen.

Sichere Anlagen für ein solides Fundament

Edelmetalle, Lebensmittel, Kosmetik oder Medizin sind Bereiche, die relativ unabhängig von der Marktentwicklung sind und daher als krisensicher gelten. Nehmen Sie daher einige solcher Aktien in das Minderjährigendepot auf. In Krisenzeiten können sie als Puffer fungieren.

Breite Risikostreuung

Der Wertpapierhandel ist ein risikoreiches Geschäft. Kurse sind täglich Schwankungen ausgesetzt und niemand kann hundertprozentig den Kursverlauf für die nächsten Jahre voraussagen. Nehmen Sie daher Produkte aus unterschiedlichen Märkten und Branchen auf oder nutzen Sie gleich die vielen Vorteile von Fonds und ETFs. Diese streuen das Risiko durch die Aufnahme vieler Unternehmen sehr gut: Sollte ein Unternehmen einmal Verluste machen, können die Gewinne der anderen Unternehmen dieses Defizit ausgleichen. Besonders gut eignen sich aktuell ETFs. Diese sind besonders günstig und bieten aktuell die besten Renditen. So etwa ein ETF auf den MSCI World, der hunderte Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern vereint.

Zusammenfassung

Ein Junior Depot ist eine sehr gute Möglichkeit, Vermögen für die Zukunft Ihrer Kinder aufzubauen. Zudem bietet es den angenehmen Nebeneffekt, Steuern zu sparen. Doch nicht jedes Jugenddepot eignet sich für jede Anlagestrategie. Achten Sie beim Junior Depot Vergleich daher unbedingt auf Kontoführungsgebühren, Orderkosten, Auswahl an Wertpapieren und Sparplänen, Prämien und Bedingungen. Vor allem ETF-Sparpläne bieten Ihren Kindern aktuell die besten Renditechancen bei angenehm niedrigen Kosten.

FAQ – Häufig gestellte Fragen rund um das Junior Depot

1. Wem gehört das Geld auf dem Kinderdepot?

Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten: Dem Kind, auf dessen Namen das Depotkonto läuft. Die volljährigen Erziehungsberechtigten besitzen zwar eine Vollmacht, dürfen aber nicht frei über das gesparte Kapital verfügen. Auch wenn das im Kinderdepot befindliche Kapital bei dem einen oder anderen Elternteil Begehrlichkeiten weckt oder man der Meinung ist, dass man selbst ja das Geld eingezahlt hat – niemand anderes als das Kind selbst ist berechtigt, über das Geld zu verfügen.

2. Kann man ein Junior Depot vorzeitig kündigen?

Das ist prinzipiell möglich, jedoch mit dem Verlust etwaiger Prämien verbunden und Sie müssen eventuelle Laufzeiten beachten. Zudem gibt es viele rechtliche Fallstricke. Wie bereits erwähnt, ist das im Depot befindliche Kapital bzw. die darin befindlichen Wertpapiere Eigentum Ihres Kindes. Entsprechend muss Ihr Kind einer Depotlöschung zustimmen. Ist es dazu noch nicht in der Lage, müssen Sie das Geld anderweitig verwahren. Denn spätestens mit Erreichen des 18. Lebensjahres müssen Sie Ihrem Kind das entnommene Geld zurückzahlen.

3. Was passiert mit dem Junior Depot, wenn das Kind die Volljährigkeit erreicht hat?

Sobald Ihr Kind 18 Jahre alt ist, kann es voll und ganz über sein Depot verfügen. Es wird dann zu einem regulären Depot umgewandelt und die Vollmachten der Erziehungsberechtigten erlöschen. Alternativ kann das Jugenddepot auch aufgelöst werden. Die Depotbank informiert Sie in jedem Fall schriftlich über die bevorstehenden Änderungen und die Möglichkeiten des weiteren Vorgehens.

Sollte das Depot weitergeführt werden, muss das nun volljährige Kind seine Identität über das Post-Ident- oder Video-Ident-Verfahren bestätigen und alle aktualisierten Unterlagen selbst unterschreiben. Die depotführende Bank oder der Broker kann das Depotkonto sperren, sofern keine Unterlagen eingereicht werden. In diesem Fall kann niemand darüber verfügen.

4. Warum sind Kinderdepots in der Risikoklasse beschränkt?

Banken und Broker dürfen laut § 63 Absatz 1 WpHG Dienstleistungen nur im Interesse ihrer (potentiellen) Kunden anbieten. Auch wenn dies gesetzlich nicht festgelegt ist, nutzen die meisten Depotanbieter zur Erfüllung dieser Pflicht die Zuweisung in eine Risikoklasse. Junior Depots werden dabei als besonders schützenswert angesehen. Darum können über solche Depots meist nur Wertpapiere mit geringem oder mittlerem Risiko gehandelt werden.

4 Kommentare
  1. Dennis Debets sagt

    Zu Punkt 4: die Depotführung ist nicht mehr kostenlos, sondern es wird ein Prozentsatz der eingelagerten Wertpapiere als Berechnungsgrundlage pro Monat genommen. Außerdem fallen auf Guthaben auf dem Verrechnungskonto Negativzinsen an.

    1. Redaktion sagt

      Hallo Dennis,

      vielen Dank für deinen Hinweis! Du hast vollkommen Recht, dass flatex nun auch das Kinderdepot mit den allgemeinen Gebühren berechnet. Es ist dabei nur ein kleiner Trost, dass jetzt auch im Ausland steuerlich veranlagte Kinder ein Depot führen können.

      Wir haben die Angaben zum flatex Juniordepot dementsprechend korrigiert.

      Herzliche Grüße,
      Alessia von Aktiendepot24.net

  2. Alexandra sagt

    Guten Tag, welche Banken machen eine Ausnahme bei der Risikoklasse? Ich habe fast alle durch telefoniert auf der Liste und es macht keine. Bisher nur die Augsburger Bank und die hat enorm hohe Gebühren.

    Grüße

    1. Redaktion sagt

      Hallo Alexandra und vielen Dank für Ihre Frage!

      Diese Risiko-Einschränkungen sind natürlich ärgerlich. Man will für seine Kinder ja ebenfalls eine angemessene Rendite erzielen. Die Bank ihrerseits versucht das Kapital der Kinder vor vermeidbaren Verlusten zu schützen. Natürlich können erfahrene Anleger die Risiken sehr gut einschätzen. Andere Trader wiederum nicht. Und so werden riskante Geschäfte bei jedem Kinderdepot gleichermaßen ausgeschlossen.

      Es gibt einige deutsche Banken und Broker, die diese Einschränkung auf Anfrage aufheben. Sie haben mit Ihren Telefonanfragen also alles richtig gemacht. Einzelne Depotanbieter verzichten sogar gänzlich auf die Risiko-Einschränkungen. Dazu gehören etwa die Quirin Privatbank AG oder die Consorsbank. Letztere hat die Einschränkungen Ende 2018 komplett aufgehoben und Sie können über das Junior Depot ohne Rücksicht auf Risikoklassen Wertpapiere handeln. Weiterhin ausgeschlossen bleibt aber der Handel mit Optionen, Futures und CFDs (nachzulesen hier).

      Hilft alles nichts, bleibt Ihnen noch eine Möglichkeit: Sie können jederzeit Wertpapiere mit höheren Risikoklassen über das eigene Depot kaufen und sie auf das Kinderdepot übertragen. Denn die Risiko-Beschränkungen betreffen nur den Kauf, nicht aber den Besitz oder den Verkauf.

      Ob sich der ganze Aufwand lohnt, hängt auch von den gewünschten Wertpapieren ab. Jede Bank stuft die einzelnen Assets unterschiedlich ein und beschränkt das Junior Depot anders. So können Sie über das S Broker Kinderdepot generell nicht an ausländischen Börsen handeln, andere schließen bestimmte ETFs aus. Informieren Sie sich daher auch, welche spezifischen Wertpapiere über die jeweiligen Minderjährigen-Depots handelbar sind und welche nicht.

      Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage zufriedenstellend beantworten.

      Herzliche Grüße,
      Alessia von Aktiendepot24.net

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.