ETF: Alles was Sie über ETFs wissen müssen

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ETFs und ETF-Sparpläne konnten sich in relativ kurzer Zeit als einer der beliebtesten Anlageinstrumente überhaupt durchsetzen. Und das ist auch kaum verwunderlich: Die passiven Indexfonds bieten eine hohe Sicherheit, garantierte Renditen und geringe Risiken. Doch wie können ETFs so viele Vorteile in sich vereinen? Oder gibt es einen Haken?

Wir klären auf! Vom Funktionsprinzip bis zur steuerlichen Behandlung erläutern wir Ihnen alle wichtigen Begriffe rund um ETFs, beantworten häufige Fragen und geben Ihnen Tipps für eine renditestarke Geldanlage an die Hand.

ETF Vergleich: Die besten ETFs im Überblick

Das Angebot an ETFs wächst stetig und bietet tausende Möglichkeiten, an den verschiedenen weltweiten Märkten zu partizipieren. Unerfahrene Anleger wissen aber oft nicht, was sich konkret hinter den teils kryptisch wirkenden Namen verbirgt. Damit Sie immer auf der sicheren Seite sind, stellen wir Ihnen die besten ETFs in unserem Überblick gegenüber. So können Sie direkt vergleichen und sich für den passenden ETF entscheiden. Ganz bequem und ohne Risiko.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit ETFs partizipieren Sie an ganzen Märkten, ohne in die einzelnen Aktien investieren zu müssen
  • ETFs sind besonders günstig, da sie passiv gemanagt werden
  • ETFs bilden einen Index entweder 1 zu 1 (Vollreplikation), mit einer teilweise (Teilreplikation) oder gänzlich anderen Zusammenstellung (Synthetische Replikation) nach
  • Bei synthetisch replizierten ETFs besteht ein Kontrahentenrisiko
  • Sie sind börsengehandelte Wertpapiere
  • Das Verlustrisiko ist besonders niedrig und die Renditechancen sehr hoch
  • ETFs können Sie auch in Form eines Sparplans kaufen
  • Indexfonds dienen dem langfristigen Vermögensaufbau
  • Sie eignen sich daher für passive Buy and Hold Strategien und nicht für aktives Trading
  • Das Einstiegsdatum ist nicht relevant, der Ausstiegszeitpunkt jedoch schon

Inhaltsverzeichnis

Was sind ETFs?

Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Funds und bezeichnet börsengehandelte Indexfonds. Ein ETF bildet die Entwicklung eines bestimmten Index so präzise wie möglich nach. Das bedeutet, dass ein ETF sich genauso wie sein zugrunde liegender Index entwickelt: Steigt der Indexkurs, legt im gleichen Maße auch der Indexfonds zu. Und bricht der Index ein, verliert auch der ETF an Wert.

Was ist ein (Investment-)Fonds?

Investmentfonds – oder kurz Fonds – ist eine Art Aktientopf, in dem mehrere Wertpapiere (Aktien, Immobilien, Anleihen) aus bestimmten Branchen oder Themengebieten aufgenommen werden. Anleger können ihr Geld in diesen „Investmenttopf“ anlegen. Das Geld vieler Anleger wird dabei gebündelt und im Gesamten in Vermögenswerte angelegt. Die Investoren treten als Gruppe auf und können so von der Expertise eines Fondsmanagers und eines aktiven Risikomanagements gleichermaßen profitieren. Je nach gewähltem Investmentfonds ist ein sehr breit gestreutes Portfolio möglich. Diese hohe Diversifikation ermöglicht eine gute Risikostreuung.

Aktiv gemanagte Fonds müssen von passiven Indexfonds und ETFs klar getrennt werden. Für ein besseres Verständnis klären wir kurz alle Begrifflichkeiten.

Was ist ein Index?

Ein Index ist die Grundlage eines jeden ETF – bis auf wenige Ausnahmen. Er kann als eine Art Zusammenfassung für einen bestimmten Markt betrachtet werden. Dabei werden mehrere Aktien aus einem Marktsegment oder einer Geolokation zusammengefasst und deren Gesamtentwicklung betrachtet. Jede Aktie erhält dabei eine andere Gewichtung, um die unterschiedlichen Unternehmensgrößen im richtigen Verhältnis zu behalten. Ein Index dient als Barometer, um den Markt im Gesamten beobachten und bewerten zu können.

Der DAX – oder Deutscher Leitindex – etwa ist den meisten Menschen aus den Nachrichten bekannt. Er ist das wichtigste Börsenbarometer für Deutschland und fasst die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften zusammen. Wie gut es um die deutsche Wirtschaft bestellt ist, können Sie so ganz einfach aus dem DAX-Kurs ablesen.

Was ist ein Indexfonds?

Ein Indexfonds ist nun ein Investmentfonds, der einen Index als Basis nimmt und versucht, dessen Wertentwicklung genau abzubilden. Dabei nimmt er alle Aktien aus einem Index mit deren Gewichtung auf. Bei großen Indizes ist dieses Vorgehen nur schwer umsetzbar. Solche Indizes wie der MSCI World mit über 1.600 Aktien werden daher meist über ein eigens zusammengestelltes Portfolio bestehen aus ähnlichen Wertpapieren künstlich nachgestellt. Um den genauen Kursverlauf des Index wiederzugeben, werden zusätzliche Finanzierungsmittel wie Swaps oder Wertpapierverleihe eingesetzt.

ETF = Indexfonds?

Nein, das stimmt so nicht ganz. Beide Fonds-Arten basieren auf dem Prinzip des passiven Fondsmanagement und bilden einen Index ab. Dadurch sind bei beiden die Kosten sehr überschaubar und Sie können in einen ganzen Markt investieren, ohne daraus einzelne Titel kaufen zu müssen. Daher werden beide Begriffe oft synonym verwendet, doch gibt es zwei wesentliche Unterscheidungsmerkmale:

1. Die Handelsform

ETFs werden an den Börsen gehandelt, sie unterliegen also den Börsenhandelszeiten und bilden einen Kurs. So können Sie innerhalb der Geschäftszeiten jederzeit mit ETFs handeln und teilweise sogar spekulieren. Indexfonds werden hingegen nicht an den Börsen gehandelt, sondern einmal täglich abgewickelt.

2. Die Zusammenstellung

Indexfonds bilden einen Index 1 zu 1 ab und stellen somit die „Reinform“ eines Indexfonds dar. Sie replizieren lediglich physisch den Index. ETFs können zwar auch rein physisch einen Index replizieren, viele nutzen aber eine synthetische Replikation. Dabei wird vor allem über Swap-Partner die Wertentwicklung des ETF garantiert.

Für wen ist ein ETF geeignet?

ETFs eigenen sich vor allem für langfristige Geldanlagen. Durch ihr passives Management sind sie eher konservativ ausgerichtet und zielen nicht auf eine Maximalrendite ab, sondern sie vertrauen auf ein kontinuierliches Marktwachstum über einen längeren Zeitraum.

Die angemessene Rendite und das geringe Risiko machen ETFs nicht nur für Großinvestoren und Unternehmen interessant. Dank dem Zugriff über die Börse können auch private Kleinanleger ohne große Börsenkenntnisse von ETFs profitieren.

Warum gibt es überhaupt ETFs?

Das Prinzip hinter ETFs ist simpel: Ein Index wird gänzlich oder teilweise nachgestellt, um dessen Kursverlauf abzubilden. Theoretisch könnte dies ein Anleger auch selbst tun und alle Aktien aus einem Index in deren Gewichtung in sein Portfolio aufnehmen. Allerdings stellen sich dabei mehrere Probleme:

1. Große Indizes lassen sich kaum nachbilden

Je mehr Aktien ein Index in sich vereint, desto schwieriger wird es für einzelne Anleger, die Zusammenstellung in ihren Portfolios zu kopieren. Der Aufwand wird bei mehreren Hundert oder gar Tausend Einzeltiteln einfach zu groß.

2. Sehr hohe Kosten

Hinzu kommen die sehr hohen Kauf- und Transaktionskosten, will man alle Titel aus einem Index erwerben.

3. Weniger flexibel

Ändert sich die Zusammenstellung eines Index, etwa weil eine Aktie herausgenommen und dafür eine neue Aktie aufgenommen wird, müssten Sie dies händisch in Ihrem Portfolio nachstellen. Auch der generelle Kauf und Verkauf ist durch die vielen Einzeltitel wesentlich zeitaufwändiger und komplizierter.

Mit einem ETF stellen sich diese Probleme gar nicht. Wie bei anderen Fonds auch erwerben Sie einzelne Anteile oder Bruchstücke eines ETF-Wertpapiers. So können Sie mit nur einem Kauf an der Index-Performance partizipieren, ohne die einzelnen Aktien in ihrer Gewichtung erwerben zu müssen.

Ähnlich simpel ist auch der Verkauf: Ihre ETF-Anteile können Sie an den Börsen wieder verkaufen. Die Erwerbskosten bleiben also überschaubar und Sie können jederzeit sehr flexibel auf den Markt und Ihre finanzielle Situation reagieren.

Welche Arten von ETFs gibt es?

Nicht jeder ETF ist gleich. Dies liegt vor allem an den unterschiedlichen Indizes, die abgebildet werden können. Allein die Indexgröße besitzt einen großen Einfluss auf die ETF-Art. Hinzu kommt, dass einige Werte, etwa Indizes von Schwellenländern oder Rohstoffe, nicht direkt an der Börse gehandelt werden können. Ein ETF kann daher alle Aktien aus einem Index aufnehmen oder den Kursverlauf künstlich mit alternativen Wertpapieren und Mitteln erzeugen. Wir erläutern Ihnen beide Varianten.

Physische ETFs

Bei dieser Variante spricht man auch von einer Vollreplikation, da alle Aktien aus einem Index in ihrer Gewichtung in den ETF aufgenommen werden. Dadurch sind die beste Kursabbildung und eine besonders hohe Sicherheit garantiert. Allerdings haben physisch replizierte ETFs auch ihre Grenzen: Eine Vollreplikation ist nur bei relativ kleinen Indizes wie dem DAX möglich; je größer der abzubildende Index ist, desto umständlicher und teurer wird die 1:1 Nachbildung mit einem ETF.

Synthetische ETFs

Synthetische ETFs hingegen bilden den Kursverlauf eines Index nicht mit dessen Aktien ab, sondern erzeugen künstlich eine fast identische Wertentwicklung mit:

  • Alternativen Aktien, die stark mit dem Index korrelieren,
  • Derivaten,
  • Swaps (Tauschgeschäfte) mit einem Kontrahenten oder
  • einem Wertpapier-Verleih.

Diese synthetische Replikation ist besonders kostengünstig und immer noch sehr präzise. Allerdings kommt es zwangsläufig immer wieder zu kleinen Abweichungen. Zudem besteht durch Swaps ein sogenanntes Kontrahentenrisiko: Kann ein Kontrahent seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, bleiben schlussendlich die Anteilseigner auf den fehlenden Kosten sitzen. Ähnliches gilt bei dem Verleih einzelner Wertpapiere aus dem Portfolio. Werden diese nicht fristgerecht zurückgegeben, kommt es zu Kursverlusten.

Synthetische ETFs können auch einzelne Titel aus einem Index beinhalten. Eine solche Teilreplikation macht vor allem bei besonders großen Indizes wie dem MSCI World Sinn. Dabei werden einige besonders repräsentative Aktien aus dem Index aufgenommen und der restliche Anteil mit alternativen Mitteln abgebildet.

Physisch vs. Synthetisch

Physisch und synthetisch replizierende ETFs nutzen zwar unterschiedliche Basiswerte, dennoch werden sie für die Abbildung eines Index gleichermaßen genutzt. Ob ein ETF physisch oder synthetisch ist, können Sie seinem Informationsblatt entnehmen. Die Art, wie ein ETF konstruiert ist, beeinflusst maßgeblich die damit verbundenen Kosten oder die Sicherheit. Die folgende Tabelle stellt alle wesentlichen Merkmale nochmals gegenüber.

[Tabelle: Physisch – Synthetisch]

Basis: Aktien aus dem Index – Repräsentative Index-Aktien, Derivate, Swaps, Leih-Wertpapiere
Genauigkeit: perfekt – leicht abweichend
Kosten: relativ hoch – niedrig
Sicherheit: sehr hoch – hoch
Wann genutzt: kleine und mittelgroße Indizes – sehr große Indizes, nicht handelbare Basiswerte

Ausschüttend vs. Thesaurierend

Neben der Replikationsart als Unterscheidungsmerkmal muss man ETFs auch darin unterscheiden, wie sie mit erzielten Renditen umgehen. Auch hier gibt es zwei Varianten.

Ausschüttende ETFs zahlen entsprechend ihrem Namen alle erzielten Erträge an die Anleger aus. Diese werden also nicht reinvestiert, wodurch die Anzahl der ETF-Anteile gleich bleibt. Diese Variante eignet sich sehr gut, um einen regelmäßigen Geldstrom für Nebeneinkünfte aufzubauen. Steuerlich ist hier nicht viel zu beachten, da die Abgeltungssteuer automatisch von den ausgeschütteten Beträgen abgezogen wird.

Für einen langfristigen Vermögensaufbau wesentlich besser geeignet sind thesaurierende ETFs. Diese reinvestieren erzielte Renditen sofort wieder, wodurch Sie mit der Zeit immer mehr ETF-Anteile erwerben. Gewinnt der zugrunde liegende Index über die Jahre an Wert, stellt sich so ein Zinseszinseffekt ein, der Ihnen ein größeres Zielkapital als ursprünglich eingezahlt beschert.

ETF-Variationen kurz erklärt

Je nachdem, welche Basiswerte ein ETF für die Replikation nutzt, werden andere Bezeichnungen genutzt. Wir stellen Ihnen im Folgenden die gängigsten kurz vor:

Hedge-ETF

Hedgefonds dienen als Beimischung im Portfolio der Absicherung in Krisenphasen. Durch ihre komplizierte Konstruktion und hohen Kosten wurden sie bisher aber vornehmlich von Großinvestoren genutzt. Mit Hedge-ETFs wird diese Strategie nun kostengünstig und wesentlich einfacher zugänglich auch für Privatinvestoren angeboten. Allerdings sollte diese ETF-Variante nur von erfahrenen Tradern genutzt werden.

Anleihen-ETF / Renten-ETF

Hier wird ein Rentenindex nachgebildet. Dieser besteht aus Anleihen (Schuldpapiere) und konzentriert sich meist auf eine bestimmte Restlaufzeit. Renten- bzw. Anleihen-ETFs werden oft bestehenden Portfolios als Absicherung beigemischt, so auch oft von Robo-Advisors zum Fertig-Portfolio. Das Problem: Steigen die Zinsen, drohen Kursverluste. Durch die aktuelle Niedrigzinspolitik besteht daher ein erhöhtes Risiko.

Faktor-ETF / Smart Beta ETF

Diese Variante versucht, die Vorteile aus aktiven Fonds und passiven Indexfonds zu vereinen. Ziel dabei ist – entgegen der Grundhaltung eines ETF – den Markt mit Anomalien zu schlagen und so das Risiko zu reduzieren bzw. die Rendite zu erhöhen. Dabei wird ein alternativer Index zum Marktindex erzeugt, der nur ausgesuchte Unternehmensaktien aufnimmt. Diese werden anhand von bestimmten Kriterien (Faktoren) ausgewählt und gewichtet. Trotz des wesentlich höheren Aufwandes sind Smart Beta ETFs immer noch günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Im Vergleich zu normalen ETFs werden aber aufgrund der komplexen Konzepte höhere Preise verlangt.

DAX-ETF

Ein DAX-ETF bildet, wie sein Name bereits vermuten lässt, den DAX bzw. einen Vertreter aus der DAX-Familie nach. Möglich sind etwa auch der MDAX oder der TecDAX. DAX-ETFs sind bei Anlegern sehr beliebt, da sie leicht verständlich sind und durch die überschaubare Anzahl an Aktien auch relativ kostengünstig als Vollreplikant gehandelt werden können.

Swap-ETF

Synthetische ETFs bilden Index-Kurse oft mithilfe von Swap-Partnern ab. Meistens ist der Swap-Kontrahent der Mutterkonzern – im Fall von comdirect etwa die Commerzbank. Beide Partner vereinbaren vorab einen definierten Zahlungsstrom. Dabei wird die Wertentwicklung des ETF-Basisportfolios mit der Wertentwicklung des abzubildenden Index getauscht. Diese Variante ist besonders kostengünstig, birgt aber auch das Kontrahentenrisiko.

Dividenden-ETF

Dividenden-Titel gelten als besonders solide und sind bei Anlegern äußerst beliebt. Mit Dividenden-ETFs können Sie kostengünstig in dividendenstarke Aktien investieren. Dabei wird ein Index ausgewählt, der nur Dividenden-ausschüttende Aktien aufnimmt. Für die deutschen Anleger steht etwa der „DivDax“ zur Verfügung, daneben gibt es Dividenden-ETFs für die Eurozone oder auch den US-Markt.

Bitcoin-ETF

Aktuell gibt es noch keinen ETF auf Bitcoin-Indizes. Der Antrag von Bitwise wurde im Oktober 2019 von der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde SEC abgelehnt mit dem Hinweis, dass es noch keine ausreichenden Regularien gegen betrügerische Praktiken gibt. Interessierte Anleger können jedoch hoffen: Die SEC gibt dem Bitcoin-ETF eine zweite Chance und will in 2020 nochmals über den Antrag entscheiden.

Short-ETF

Short-ETFs setzen auf fallende Märkte, nämlich dann, wenn eine Börsenkorrektur immer wahrscheinlicher wird. Als Portfolio-Absicherung für einen begrenzten Zeitraum können Short-ETFs durchaus sinnvoll sein. Sie sind einfacher zu handhaben und Sie müssen im Bärenmarkt nicht für jede einzelne Aktie in Ihrem Portfolio Stoppkurse setzen. Doch: Ein Short-ETF kann immer nur über einen Tag die Kursentwicklung des Basiswertes exakt wiedergeben. Je länger ein solcher ETF angewendet wird, desto größer werden allerdings die Unterschiede. Diese Pfadabhängigkeit führt dazu, dass die Performance ist kaum abschätzbar ist. Für Privatanleger ist diese ETF-Variante daher weniger geeignet. Sie benötigen ausreichend Wissen über die Instrumente und die Märkte.

Gold-ETF

Gold gilt seit jeher als Stabilisator in turbulenten Börsenphasen – und das gilt auch für Gold-ETFs. Als Rohstoff kann es aber nicht direkt in einen ETF aufgenommen werden. Gold-ETFs sind daher immer synthetische ETFs, die den Goldpreis abbilden. Sie werden allerdings physisch mit Goldbarren besichert, die mit dem Fondsvermögen gekauft werden.

Core-ETF

Besonders günstig in die wichtigsten Märkte investieren. Core-ETFs bilden ihre Indizes physisch ab und verlangen dabei nur sehr niedrige Gebühren. Neben den normalen ETFs bieten alle großen Emittenten wie Xtrackers oder iShares auch eine Core-Serie an.

Value-ETF

Diese ETFs fassen Value-Aktien zusammen. Diese gehören zu unterbewerteten Unternehmen, deren Kurswert temporär und unbegründet fällt. Es gilt die Devise: Auch wenn die Börsenkurse stark schwanken können, der innere Wert eines Unternehmens bleibt in aller Regel stabil. Gesucht werden daher qualitativ hochwertige Unternehmen. ETFs wie der iShares Edge MSCI Europe Value Factor UCITS ETF fassen nur solche Unternehmensaktien zusammen, die nach starren Value-Kriterien ausgewählt werden. Ein Value-ETF bietet Ihnen eine attraktive Rendite von etwa 5%.

Die Funktionsweise hinter ETFs

Nachdem wir die verschiedenen Arten von Indexfonds kennengelernt haben, klären wir nun die Frage „Wie funktionieren ETFs?“.

Das Grundprinzip ist immer das gleiche:

Ein ETF bildet den ihm zugrunde liegenden Index nach. So können Anleger an großen Märkten partizipieren, ohne alle im Index vorhandenen Aktien kaufen zu müssen. Den Indexfond können Anleger nun an der Börse zu den normalen Handelszeiten ähnlich den Aktien kaufen oder verkaufen. Dadurch entsteht – im Gegensatz zu aktiven Investmentfonds – ein Börsenkurs des ETF, der das Verhältnis zwischen Käufen und Verkäufen widerspiegelt.

Wie bildet ein ETF den Index ab?

Wie ein Index konkret abgebildet wird, entscheidet die ETF-Art: Physisch replizierend oder synthetisch replizierend.

1. Physische Replikation

Alle in einem Index befindlichen Aktien werden in den ETF aufgenommen. Dabei werden auch die jeweiligen Gewichtungen beachtet. Wie bereits weiter oben erwähnt, ist diese Vorgehensweise für große Indizes – etwa dem MSCI World mit über 1.600 Aktien – eher ungeeignet.

Eine Möglichkeit, um dieses Problem zu umgehen, ist das sogenannte Sampling oder Teilreplikation. Dabei werden nur einzelne Titel aus dem Index übernommen, die besonders stark mit seinem Kursverlauf korrelieren. Hier kommt es aber verstärkt zu Abweichungen.

2. Synthetische Replikation

Wesentlich einfacher und günstiger sind synthetische Replikationen. Dabei werden die Indizes nicht direkt abgebildet, sondern es wird ein alternatives Portfolio aus liquiden Wertpapieren zusammengestellt. Auch Derivate können im Wertpapierkorb enthalten sein. Meistens wird die präzise Kursnachstellung mit Swap-Geschäften (Swap = Tausch) ermöglicht. Dabei zahlt der Kontrahent (meist der Mutterkonzern des Emittenten) den genauen Kursverlauf und erhält im Gegenzug die Erträge aus dem Sicherheitenportfolio des ETF.

Teilweise ist die synthetische ETF-Replikation die einzige Möglichkeit, da etwa Rohstoffe aber auch Schwellenländer-Indizes nicht direkt abgebildet werden können.

ETFs einfach erklärt: Beispiel DAX

Der Deutsche Aktienindex – kurz DAX – enthält die 30 größten deutschen Unternehmen gemessen an ihrem Börsenwert. Um auch ihr wirtschaftliches Verhältnis untereinander zu berücksichtigen, werden die jeweiligen Unternehmen im DAX gewichtet.

  • Ein physischer ETF nimmt nun Aktien aller 30 Unternehmen unter Berücksichtigung ihrer Gewichtung auf. Der ETF-Kurs entspricht so dem DAX-Kurs.
  • Synthetische ETFs hingegen erstellen ein Portfolio, welches nicht oder nur teilweise die DAX-Unternehmen enthält. Über andere Wertpapiere und Geschäfte (Swap, Wertpapierverleih) wird der DAX-Kurs künstlich erzeugt. Sie investieren also bei synthetischen DAX-ETFs nicht in den Leitindex selbst, sondern in ein Portfolio mit einer sehr ähnlichen Performance.

Wofür können ETFs genutzt werden?

Grundsätzlich bieten passive Indexfonds zwei Möglichkeiten: Entweder bauen Sie sich ein Vermögen über einen längeren Zeitraum von 10 bis 30 Jahren auf, oder Sie erzeugen sich einen konstanten Geldstrom.

  • Ersteres wird über thesaurierende ETFs ermöglicht und eignet sich sehr gut für Kindesvermögen oder für die Altersvorsorge (Stichwort: Vermögenswirksame Leistung).
  • Die zweite Variante wird über ausschüttende ETFs realisiert und ist als Nebeneinkommen bestens geeignet.

Wofür ETFs nicht geeignet sind, ist ein aktives und aggressives Investment. Einige ETF-Varianten wie Short-, Smart Beta oder Value-ETFs bieten zwar die Möglichkeit, den Markt zu schlagen, aber nur innerhalb ihres vorgegebenen Rahmens und meist auch nur über eine kurze Zeit hinweg.

So nutzen Sie ETFs

ETFs sind für langfristige Investments bestens geeignet. Langfristig bedeutet dabei einen Anlagehorizont von 10 und mehr Jahren. Kurzfristige Anlageziele, etwa ein neues Auto im nächsten Jahr, werden Sie mit ETFs nicht realisieren können. Welche Chancen ETFs Ihnen bieten und welche Anlagestrategien sinnvoll sind, erläutern wir Ihnen im Folgenden.

Renditechancen von ETFs

ETFs entwickeln sich je nach abzubildendem Index, Marktlage und Kostenfaktoren sehr unterschiedlich. Eine pauschale Aussage kann also nicht getroffen werden. Betrachten wir für ein besseres Verständnis drei der wichtigsten Indizes und deren durchschnittliche Entwicklung in den letzten 25 Jahren:

  • DAX: +8% pro Jahr
  • S&P 500: +9% pro Jahr
  • MSCI World: +7% pro Jahr

Dies sind die Werte, die Indizes selbst erwirtschaften. Allerdings ist das nicht der Schlusswert, der am Ende bei Ihnen ankommt. Denn für die reale Rendite müssen wir einige Kostenpunkte davon wieder abziehen:

  • Laufende Kosten: 0,2%
  • Abgeltungssteuer: 26,375%
  • Inflation: 2%

Effektiv bleiben von einer durchschnittlichen Rendite von 8% etwa 5% in Ihrem Geldbeutel übrig. Aufstrebende Märkte und riskantere ETFs können auch höhere Renditen erzielen. In seltenen Fällen ist ein ETF so gut gebaut, dass er seinen eigenen Index schlägt – das ist eigentlich gar nicht vorgesehen.

ETFs kaufen: So geht’s!

Einen oder mehrere ETFs in Ihr Portfolio aufzunehmen, ist heutzutage schnell und einfach erledigt. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Schritt 1: Die richtigen ETFs finden

Sie sollten immer mit der Wahl des richtigen Indexfonds beginnen. Broker zahlen unterschiedliche Lizenzgebühren, um ETFs anbieten zu können. Daher gibt es teils große Preisunterschiede zwischen den einzelnen Brokern für denselben ETF.

Welcher ETF am besten zu Ihnen passt, ist von Ihrer Risikobereitschaft, dem finanziellen Spielraum und dem Anlageziel abhängig.

Tipp: Besitzen Sie noch keine Erfahrung mit ETFs, sollten Sie sich an den großen und liquiden ETFs zu bekannten Indizes wie dem DAX, dem Dow Jones oder dem MSCI World orientieren. Diese bieten bereits eine sehr gute Diversifikation und zählen zu den risikoärmeren Varianten bei guten Renditeaussichten.

Wollen Sie regelmäßig Auszahlungen als zusätzliches Einkommen erhalten, müssen Sie sich nach ausschüttenden ETFs umsehen. Ist die ETF-Anlage eher in die Zukunft als Altersvorsorge (Vermögenswirksame Leistung VL) gedacht, sind thesaurierende Indexfonds die richtige Wahl.

Schritt 2: Den passenden ETF-Broker finden

Haben Sie sich für einen oder mehrere ETFs entschieden, müssen Sie nun den passenden Broker finden. Jeder Broker hat ein eigenes Angebot zusammengestellt bestehend aus meist 500 bis 1.500 der weltweit verfügbaren 6.500 ETFs – Ihr gewünschter Indexfonds ist also nur bei einigen Anbietern dabei. Zudem gilt überall ein anderes Preismodell.

Vergleichen Sie die Preise daher direkt miteinander und wählen Sie das für Sie günstigste aus. Sind Sie bereits bei einem Broker oder einer Direktbank mit Brokerage Kunde, können Sie auch dort – sofern möglich – ETF-Anteile kaufen.

Schritt 3: ETFs in Ihr Portfolio aufnehmen

Im nächsten Schritt nehmen Sie den gewünschten ETF in Ihr Portfolio auf. Bei allen Brokern geht das über die Wertpapier-Suchmaske. Nutzen Sie entweder die Filterfunktion oder geben Sie die ISIN direkt ein. Mit einem Klick auf den ETF gelangen Sie zu einer Übersicht und können direkt entsprechend viele Anteile kaufen.

Tipp: Nicht der Einstieg ist entscheidend!

Wenn die Kurse gerade niedrig sind – perfekt. Doch machen Sie sich nicht verrückt! Nicht der Kaufzeitpunkt entscheidet über Ihre mögliche Rendite, sondern Ihr Durchhaltevermögen. Der DAX etwa erzielte in den letzten 25 Jahren im Schnitt ein Wachstum von 8%. Je länger Sie einen ETF halten, desto höher fällt die Rendite aus. Und bei thesaurierenden ETFs kommt nach einigen Jahren auch der Zinseszinseffekt richtig zum Tragen.

Wichtiger Baustein für ein renditestarkes Portfolio

Ein zukunftssicheres Portfolio ist nur mit einer breiten Risikostreuung zu realisieren. Hierfür werden Titel aus verschiedenen Märkten, Sektoren und Asset-Klassen in das Depot aufgenommen. Für viele Privatanleger stellt dies aber eine große Herausforderung dar, da ihnen das Wissen, das Kapital oder die Geduld fehlt. Ein passiver Indexfonds bietet hier die Möglichkeit, mit nur einer Investition eine hohe Diversifikation zu erreichen.

Zudem wirken ETFs wie ein Anker im eigenen Portfolio. Indexfonds sind konservative Anlageprodukte. Sie wollen den Markt nicht schlagen, sondern bilden schlicht den ihnen zugrunde liegenden Index ab und generieren so durchschnittliche Renditen von 5 bis 9% im Jahr (vor Steuern und TER). Sie sind damit ein Gegenpol zu aktiven Fonds und aggressiven Trading-Strategien und können in einseitig ausgerichteten Portfolios als Gegengewicht genutzt werden.

Die verschiedenen ETF-Strategien

Für die Kapitalanlage in ETFs stehen Ihnen mehrere Strategien zur Verfügung. Doch nicht jede ETF-Strategie ist für alle Anleger gleich gut geeignet. Welche für Sie am besten ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Ihre Risikobereitschaft
  • Ihr Anlageziel
  • Ihr bestehendes Portfolio
  • Ihre finanziellen Rahmenbedingungen

Wir stellen Ihnen im Folgenden einige beliebte und erfolgreiche ETF-Strategien vor, die Sie leicht in Ihr Portfolio übernehmen können. Doch für welche Strategie Sie sich schlussendlich auch entscheiden, „keep it simple“! Dieser Grundsatz gilt nicht nur für Trading-Algorithmen, sondern sollte auch von Ihnen beherzigt werden. Konzentrieren Sie sich auf eine Kernstrategie, nur so behalten Sie auch nach Jahren den Überblick über Ihre Portfolio-Performance.

Anmerkung: Die hier vorgestellten ETF-Strategien beziehen sich nicht auf automatisiere Sparpläne von Robo-Advisors. Deren Strategien lassen sich fast immer in die drei Kategorien „Defensiv“, „Ausgewogen“ und „Aktiv“ einteilen und beziehen sich auf die Risikoklasse eines Sparplans.

1. Buy-and-Hold-Strategie

Wie der Name vermuten lässt, investieren Sie einmal in einen oder mehrere ETFs und halten diese dann lediglich in Ihrem Portfolio. In größeren Abständen sollten Sie Portfolioanpassungen vornehmen, um etwa die ursprüngliche Gewichtung wieder herzustellen. Erzielte Gewinne reinvestieren Sie bestenfalls sofort wieder und kommen so in den Genuss des Zinseszins-Effektes. Sinken die Kurse, dürfen Sie allerdings nicht verkaufen, sondern müssen den Bärenmarkt überstehen.

Vorteile:

+ Sehr geringer Aufwand
+ Kaum Ordergebühren
+ Starker Zinseszins-Effekt

Nachteile:

– Keine Flexibilität
– Durchhaltevermögen ist gefordert

Für wen ist die Buy-and-Hold-Strategie geeignet?

Passive Anleger, die nur wenig Aufwand betreiben und ihr Portfolio „einfach laufen lassen“ wollen.

2. Core-Satellite-Strategie

Bei dieser ETF-Strategie wird das Portfolio in zwei Bereiche untergliedert:

  • Kernbereich (Core)
  • Umgebung (Satellite)

Der Kernbereich (Core) wird dabei durch breit gestreute ETFs abgebildet, die durch ihre passive Verwaltung und Anbindung an die Märkte ein hohes Maß an Sicherheit und moderate Renditen garantieren. Der Core macht dabei den Großteil des Portfolios (etwa 80%) aus. Die Umgebung (Satelliten) sind einzelne Aktien, Anleihen, aktive Investmentfonds oder Rohstoffe, die ein wesentlich höheres Verlustrisiko besitzen, aber auch eine sehr hohe Rendite versprechen. Diese Satelliten werden zur Renditesteigerung genutzt, sollten aber nur einen kleinen Teil (etwa 20%) des Portfolios ausmachen.

Vorteile:

+ Hohe Renditen
+ Bessere Diversifikation
+ Mit ETFs leicht umzusetzen

Nachteile:

– Höherer Aufwand
– Hohes Verlustrisiko der Satellitenanlagen

Für wen ist die Core-Satellite-Strategie geeignet?

Aktive Anleger, die ihr Portfolio präzisieren wollen und strategisch bei der Asset-Auswahl vorgehen.

3. Maximale Diversifikation

Bei dieser Strategie geht es darum, mit wenigen ETFs in so viele Märkte wie möglich zu investieren. Dadurch wird eine sehr breite Risikostreuung erzeugt, die das Portfolio bei lokalen Markteinbrüchen vor großen Wertschwankungen schützen. Beliebt sind etwa Kombinationen aus Länder- und Rohstoff-ETFs oder von diversen Marktindizes wie Gesundheit, Chemie, Cybersicherheit oder Automobilindustrie.

Wichtig bei der ETF-Portfolio Zusammenstellung ist, dass sich die einzelnen ETFs in ihrer Zusammenstellung kaum überschneiden und sie zueinander intelligent gewichtet sind.

Bedenken Sie: Weniger ist mehr! Je zerstückelter ein Portfolio ist, desto unübersichtlicher wird es, desto mehr Transaktionskosten fallen an und desto weniger Einfluss nimmt ein einzelner ETF auf die Gesamtperformance. Konzentrieren Sie sich daher auf einige wenige ETFs, die kaum miteinander korrelieren.

Vorteile:

+ Sehr breite Risikostreuung
+ Stabile Wertentwicklung

Nachteile:

– Höherer Aufwand
– Häufigeres Rebalancing
– Mehr Transaktionskosten

Für wen ist die Maximale Diversifikation geeignet?

Passive Anleger, die sich zusätzlich gegen Wertschwankungen absichern wollen.

4. Trendfolgemodelle

Hierbei erzeugen Algorithmen Signale, die aus historischen Daten statistisch extrahiert werden. Professionelle Trader greifen dabei auf eine Vielzahl von Modellen zurück. Private Anleger können etwa eine Durchschnittstageslinie nutzen. Dabei wird etwa der durchschnittliche Kurs der letzten 200 Tage als Signal herangezogen. Durchbricht der aktuelle Kurs diese Linie nach oben, ist dies ein Kaufsignal.

Vorteile:

+ Ermöglicht rechtzeitigen Ausstieg bei einem Crash
+ Emotionslose Vermögensanlage

Nachteile:

– Viele Fehlsignale
– Schwieriger Wiedereinstieg
– Permanente Evaluation notwendig
– Höhere Kosten durch häufigere Anpassungen

Für wen sind Trendfolgemodelle geeignet?

Aktive Anleger, die schnell auf Marktbewegungen reagieren wollen, statistische Grundkenntnisse mitbringen und Zeit für eine permanente Überwachung besitzen.

Was ist ein ETF-Sparplan?

Alternativ zum klassischen Buy-and-Hold können Sie auch regelmäßig in einen oder mehrere ETFs investieren. Banken und Broker bieten seit einigen Jahren die Möglichkeit, einen ETF als Sparplan einzurichten. Dabei legen Sie den gewünschten Indexfond, den Sparbetrag sowie Turnus und eventuell die Laufzeit fest. Anhand dieser Vorgaben wird von Ihrem Referenzkonto ein fester Betrag abgebucht und damit ETF-Anteile gekauft. Dieses Vorgehen hat gleich zwei zusätzliche Vorteile:

1. Cost-Average-Effekt

Zahlen Sie jeden Monat einen Festbetrag zu einem festgelegten Zeitpunkt in Ihren ETF-Sparplan ein, können Sie entsprechend dem aktuellen Kurs nur eine bestimmte Anzahl an Anteilen und Bruchstücken erwerben. So kaufen Sie besonders viele Anteile, wenn der Kurs niedrig steht, und nur wenige Anteile bei einem hohen ETF-Kurs. Durch dieses Prinzip erwerben Sie über die Laufzeit hinweg Ihre Anteile zu wesentlich geringeren Kosten als bei einer Einmalanlage.

Das vereinfachte Rechenbeispiel in der Tabelle verdeutlicht den Cost-Average-Effekt:

[Tabelle]
Monat | Kurs | Sparbetrag | Anteile
1 | 100 EUR | 100 EUR | 1
2 | 200 EUR | 100 EUR | 0,5
3 | 150 EUR | 100 EUR | 0,67
4 | 50 EUR | 100 EUR | 2
5 | 50 EUR | 100 EUR | 2
6 | 100 EUR | 100 EUR | 1
| | Summe: 600 EUR | Summe: 7,17
[/Tabelle]

Ein ETF-Sparplan hat in 6 Monaten 600 EUR in 7,17 Anteile investiert, die einen Gesamtwert von 717 EUR besitzen. Zum Vergleich: Für eine Einmalanlage wurden Anfangs ebenfalls 600 EUR investiert, für die man zu dem Zeitpunkt 6 Anteile erhielt. Diese waren am Ende unseres Beispiels immer noch 600 EUR wert.

2. Zinseszinseffekt

Der Zinseszins-Effekt bedeutet, dass mit regelmäßig steigendem Kapital der ETF mehr Rendite generiert. Auch hierzu ein kurzes Beispiel:

Nehmen wir an, ein ETF erzielt im Schnitt und nach Abzug aller Kosten eine jährliche Rendite von 5% und wird mit monatlich 100 EUR bespart. Der Depotwert beträgt:

  • Nach 5 Jahren 6.810 EUR bei 6.000 EUR Einzahlung (Gewinn: 810 EUR)
  • Nach 10 Jahren 15.502 EUR bei 12.000 EUR Einzahlung (Gewinn: 3.502 EUR)
  • Nach 15 Jahren 26.596 EUR bei 18.000 EUR Einzahlung (Gewinn: 8.596 EUR)
  • Nach 20 Jahren 40.754 EUR bei 24.000 EUR Einzahlung (Gewinn: 16.754 EUR)
Tipp: Wollen Sie lieber regelmäßig einen kleinen Betrag in einen Indexfonds investieren, dann nutzen Sie unseren großen ETF Sparplan Vergleich und finden das zu Ihnen passende Angebot.

ETF-Anteile wieder verkaufen – das ist zu beachten

Der ETF Verkauf ist denkbar einfach. Da die passiven Indexfonds an den Börsen gehandelt werden, können Sie Ihre Anteile zu den Handelszeiten ganz einfach über Ihr Online-Depot bzw. über den Brokerage zum Verkauf anbieten. Der Prozess unterscheidet sich dabei nicht vom Aktienverkauf. Sie können ein Limit setzen und andere Orderarten definieren.

Hinweis: Bedenken Sie, dass der ETF-Verkauf nicht kostenlos ist. Es fallen Ordergebühren und Börsenzugangsentgelte an, sowie Gebühren für Clearstream, wenn es sich um ausländische ETFs handelt.

Die Kosten eines ETF

ETFs überzeugen viele Anleger vor allem mit ihren sehr niedrigen Kosten. Das liegt insbesondere an der schlanken Gebührenzusammenstellung. Viele Kostenfaktoren von aktiven Investmentfonds entfallen bei ETFs, wie etwa der Ausgabeaufschlag oder Rücknahmegebühren beim Verkauf. Welche Kosten zu welchem Zeitpunkt genau auf Sie zukommen, erfahren Sie hier.

I. ETF-Kosten beim Kauf

Für den ETF-Kauf fallen meist nur zwei Positionen an:

  1. Eine Fixgebühr, die je nach Broker zwischen 5 und 10 EUR je Order liegt
  2. 0,25% der Anlagesumme

Beide Kostenpunkte sind gemeinsam auf einen Mindest- und einen Maximalbetrag beschränkt. Dieser Gesamtbetrag hängt wiederum davon ab, ob es sich um inländische oder ausländische Wertpapiergeschäfte handelt.

Wollen Sie einen ETF kaufen, der in einer Fremdwährung gehandelt wird, und können Sie dafür nicht auf ein Fremdwährungskonto zurückgreifen, fallen hier zusätzlich Umrechnungsgebühren an.

II. Laufende ETF-Kosten

Entgegen der weitläufigen Annahme ist das Halten eines ETFs nicht gänzlich kostenlos. Wir klären auf.

Depotgebühren

Für den ETF-Handel benötigen Sie ein Wertpapierdepot. Dieses ist bei fast allen Banken kostenlos über das Online-Banking freischalt- und nutzbar. Auch die meisten Online-Broker verlangen keine Depotgebühren. Einige Großbanken erheben für ein ETF-Depot Gebühren, diese variieren jedoch stark.

Verwaltungsgebühren

Hierunter fallen etwa Management– und Betriebskosten. Diese liegen meist zwischen 0,2 und 0,8% der Anlagesumme und werden jährlich berechnet. Zum Vergleich: Für aktiv gemanagte Fonds fallen in der Regel Kosten in Höhe von 1,5 bis 2% an.

Neugewichtungskosten

Ein weiterer Grund für die niedrigen Kosten ist das sehr seltene Umschichten. Aktive Fonds ändern regelmäßig ihre Zusammensetzung – entsprechend häufig kommt es zu teuren Transaktionskosten, die auf die Anleger umgelegt werden. Bei den passiv verwalteten ETFs müssen hingegen nur Änderungen am Portfolio vorgenommen werden, wenn sich die Zusammenstellung des Index ändert und eben diese Veränderungen übernommen werden müssen.

Swap-Gebühren

Synthetische ETFs bilden den Index-Kurs über Swap-Geschäfte – meist mit ihrem Mutterkonzern – ab. Der Kontrahent stellt den Indexkurs und erhält im Austausch eine Swap-Gebühr sowie die Rendite aus dem ETF-Sicherheitenportfolio.

III. ETF-Kosten beim Verkauf

Ähnlich beim Kauf fallen auch beim ETF-Verkauf kosten an. Wollen Sie Ihre Anteile direkt über eine Börse handeln, müssen Sie Börsenplatzgebühren entrichten, die bei 2 EUR je Order beginnen. Meistens fallen aber die gleichen Kosten wie für einen ETF-Kauf an, also eine Standardgebühr plus 0,25 Prozent.

TER als erster Vergleichsansatz

Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio oder kurz TER) ist eine Zusammenfassung vieler ETF-Kosten und lässt sich daher für einen direkten Gebührenvergleich heranziehen. In den TERs enthalten sind

  • Verwaltungsgebühren
  • Depotgebühren
  • Vertriebs– und Marketingkosten
  • Lizenzgebühren

Renten-ETFs sind besonders günstig und besitzen einen TER von 0,15 bis 0,25% des Anlagevermögens. Je exotischer bzw. spezifischer ETFs sind, desto höher ist meist auch der TER. So können in einzelnen Bereichen (bestimmte Rohstoffe oder Länder-Indizes) die TER bis zu 1% liegen.

Kostenlose ETFs

Viele Broker und Banken locken Kunden mit vermeintlich kostenlosen ETFs. In den seltensten Fällen handelt es sich aber um wirklich kostenlose Angebote: Meistens können gebührenfreie ETFs nur im Rahmen einer zeitlich begrenzten Werbeaktion erworben werden.

Einige wenige Broker, wie das Fintech Trade Republic, verzichten ganz auf Orderprovisionen und andere Gebühren und verlangen nur eine minimale Fremdkostenpauschale für jedes Geschäft. In der Regel müssen Sie aber selbst bei vermeintlich kostenfreien ETFs Börsenentgelte zahlen.

ETF und Steuer

Die steuerliche Handhabung ist etwas komplexer, wurde in den letzten Steuerreformen aber bereits deutlich vereinfacht. Da es sich um Fonds handelt, werden Dividenden aus ETFs ebenfalls pauschal mit 15% Körperschaftsteuer belastet. Hinzu kommen die Abgeltungssteuer und der Solidaritätszuschlag, ggfs. auch die Kirchensteuer.

Wie die Abgeltungssteuer berechnet wird, hängt vom ETF-Modell ab. Bei ausschüttenden ETFs wird die Steuer automatisch von den auszuzahlenden Beträgen abgeführt. Neu ist, dass nun auch thesaurierendereinvestierendeETFs besteuert werden. Hierfür wird eine Vorabpauschale als Bemessungsgrundlage herangezogen.

Wie die anfallende Kapitalertragsteuer abgezogen wird, ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Die meisten Anbieter ziehen die Steuer im Falle von ausschüttenden ETFs von Ihren Erträgen ab oder belasten bei thesaurierenden ETFs Ihr Verrechnungskonto. Seltener werden für die Begleichung Fondsanteile verkauft.

Gut zu wissen: Deutsche Broker und Banken führen die Steuern automatisch ab und berechnen auch selbst Ihre Teilfreistellung und Ihre Vorabpauschale.

Wie sicher sind ETFs?

Jedes Wertpapiergeschäft ist mit Risiken verbunden und auch der Handel mit Indexfonds kann zu Verlusten führen. Wie es um die Sicherheit von ETFs bestellt ist und auf welche kritischen Faktoren Sie achten sollten, erklären wir Ihnen im folgenden Abschnitt.

Welche Risiken bergen ETFs?

Synthetische ETFs besitzen aufgrund der Swap-Geschäfte ein Kontrahentenrisiko. Ist der Swap-Kontrahent nicht mehr in der Lage, seinen Verpflichtungen nachzukommen, kann es zu Störungen im Handelsablauf kommen. Dieses Risiko ist gesetzlich auf maximal 10% des Handelsvolumens beschränkt, für die meisten Swaps gelten aber wesentlich niedrigere Grenzen.

Oft werden im ETF enthaltene Wertpapiere für eine zusätzliche Finanzierung weiter verliehen. Kann die Gegenseite ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, können die geliehenen Aktien nicht zurückgegeben werden und es kommt zu einem Kursrutsch. Diesem Risiko wird eine Leihgebühr entgegengesetzt.

Die hohe ETF-Nachfrage führt zu einem immer größeren Angebot. Täglich werden neue ETFs auf den Markt gebracht, viele davon verschwinden aber ebenso schnell wieder. Zudem kann eine Blase gebildet werden. Da in den ETFs vor allem große Titel aufgenommen und entsprechend gewichtet werden, konzentriert sich viel Geld auf wenige Titel. Ein Risiko ergibt sich auch aus der hohen Liquidität: Bei Kursrutschen kann es zu einem Handelsverbot kommen, da die Anlagen illiquide werden.

Sind ETFs riskanter als aktive Investmentfonds?

Nein, ETFs bieten sogar eine höhere Sicherheit als aktiv gemanagte Fonds. Da ihre Zusammenstellung bzw. ihr Kursverlauf durch den zugrunde liegenden Index vorgegeben werden, ist eine aktive Verwaltung nicht notwendig. Aktive Investmentfonds werden täglich durch Fondsmanager verwaltet. Diese passen je nach Marktgeschehen die Zusammenstellung des Fonds und die Gewichtung der einzelnen Aktien nach eigenem Ermessen an. Dabei kann es auch zu Fehlentscheidungen kommen, die das Verlustrisiko deutlich erhöhen können. In Bezug auf die Ausfallsicherheit gibt es allerdings keine Unterschiede, da sowohl aktive als auch passive Fonds zum Sondervermögen zählen.

Sind physische ETFs sicherer als synthetische?

Beide Varianten werden als Sondervermögen behandelt. Dennoch können physische ETFs in puncto Sicherheit etwas besser abschneiden. Denn: Synthetisch replizierende ETFs unterliegen dem Kontrahentenrisiko – der Möglichkeit, dass der Swap-Partner ausfällt. Per Gesetz ist das Kontrahentenrisiko auf maximal 10 Prozent des Sicherheitsportfolios beschränkt. Zudem wird das alternative Aktienportfolio des ETF als Sicherheit für den Swap-Partner hinterlegt. Im Falle des Falls fällt der ETF-Wert auf den Wert des Sicherheitsportfolios zurück, ein Totalverlust ist also in jedem Fall ausgeschlossen.

Einlagensicherung

Es gibt die staatliche Einlagensicherung über den Einlagensicherungsfonds, die bis zu 100.000 EUR je Kunde von deutschen Banken beträgt. Diese greift etwa bei Giro- oder Tagesgeldkonten und nur, wenn das eingezahlte Geld tatsächlich bei einem deutschen Bankunternehmen gelagert wird. ETFs fallen aber nicht unter diesen Schutz, da sie wie andere Investmentfonds auch zum Sondervermögen zählen und damit grundsätzlich segregiert aufbewahrt werden. Diese auch rechtliche Trennung vom Vermögen der Fondsgesellschaft ist für Sie also wesentlich vorteilhafter, denn es gibt keine Obergrenze und Gläubiger können niemals darauf zugreifen. Einige Banken bieten zusätzlich eine eigene Einlagensicherung.

ETF vs. ETC

ETFs bilden Indizes ab, die selbst breit gestreut mehrere Rohstoffe abdecken, um so ein Mindestmaß an Diversifizierung zu erreichen. Es ist daher nicht möglich, über einen Indexfonds direkt in physische Rohstoffe wie Gold oder Erdgas zu investieren. Wollen Sie aber nur einen bestimmten Rohstoff in Ihr Portfolio aufnehmen, benötigen Sie einen ETC.

Was sind ETCs?

Trotz des ETF-Booms sind ETCs noch relativ unbekannt, obwohl sie eine ähnliche Kostenstruktur besitzen und das Investment in einzelne Rohstoffe ermöglichen. ETCs – Exchange Traded Commodities – bilden die Rohstoff-Wertentwicklung nach. Hierfür wird entweder der Kassapreis der Rohstoffe oder deren Futures als Basis genutzt. Ähnlich der ETFs besitzen ETCs einige Vorteile:

  • Sehr kostengünstig
  • Börsengehandelt
  • Offenes Wertpapierportfolio

Genau betrachtet sind ETCs Schuldverschreibungen des Emittenten, daher gelten sie auch nicht als Sondervermögen. Für eine ausreichende Sicherheit werden entweder Rohstoffe physisch hinterlegt, deren Erlös im Insolvenzfall an die Anleger ausgezahlt wird. Oder es werden Futures meist in Kombination mit Kreditsicherheiten genutzt.

Worin unterscheiden sich ETFs von ETCs?

Sowohl ETFs als auch ETCs werden an der Börse gehandelt und bieten gleiche Vorteile. Doch es gibt einige grundlegende Unterschiede, die Sie beim Handel bedenken sollten.

1. ETCs sind kein Sondervermögen

ETFs gelten wie andere Investmentfonds als Sondervermögen und sind im Falle einer Insolvenz des Herausgebers (Emittenten) geschützt. Dies gilt nicht für ETCs, da diese quasi Schuldverschreibungen des Emittenten darstellen und somit bei einer Insolvenz auch zur Konkursmasse zählen. Es besteht bei ETCs also ein Emittentenrisiko.

2. ETCs bilden Rohstoffe ab

ETFs dürfen laut UCITS-Richtlinie gar keine physischen Rohstoffe halten. Das liegt in der Vorgabe begründet, dass Indexfonds eine gewisse Diversifizierung erreichen müssen. ETCs hingegen sind auf die Abbildung von physischen Rohstoffen, wie Edelmetalle, Öl, Benzin, Agrarrohstoffe oder auch von Rohstoffkörben ausgerichtet.

3. ETCs sind anders besichert

Edelmetall-ETCs werden hauptsächlich physisch besichert und können so ohne Emittentenrisiko den Kassapreis abbilden. Dazu werden die entsprechenden Rohstoffe – im Falle von Gold-ETCs Goldbarren – in Tresoren von Treuhändern hinterlegt. Da diese Möglichkeit für Agrar- oder Rohöl-Produkte nicht besteht, werden diese ETCs Swap-basiert besichert. Im Gegensatz zu ETFs wird aber kein Sicherheitsportfolio hinterlegt, sondern man greift auf Kreditsicherheiten eines Versicherers zurück (Vollständige Besicherung). Alternativ kann auch eine Drittdeckung genutzt werden, dabei ist der ETC allerdings dem Kreditrisiko des Dritten ausgesetzt.

Der ETF-Handel in verschiedenen Ländern

Nicht nur in Deutschland, in ganz Europa und weltweit erfreuen sich ETFs steigender Beliebtheit. Das ist vor allem am rasanten Anstieg des in ETFs investierten Vermögens zu erkennen:

[Tabelle]
Jahr | Europa | Weltweit
2008 | 143 Mrd. USD | 716 Mrd. USD
2018 | 726 Mrd. USD | 6.478 Mrd. USD
[/Tabelle]

Parallel dazu wuchs auch der Markt selbst und passte sich an die gestiegene Nachfrage an – wenn auch nicht im gleichen Maße. Die folgende Tabelle macht deutlich, wie stark die Anzahl der verwalteten ETFs gestiegen ist:

[Tabelle]
Jahr | Europa | Weltweit
2008 | 643 | 1.622
2018 | 1.699 | 6.478
[/Tabelle]

Interessant dabei ist der Fakt, dass etwa die Hälfte aller europäischen ETFs in Deutschland verwaltet werden. Der deutsche ETF-Markt ist aber nicht nur in Europa mit Abstand der größte, sondern kann sich auch im internationalen Vergleich behaupten:

  • USA: 920 ETFs
  • Deutschland: 807 ETFs
  • Frankreich: 416 ETFs
  • Großbritannien: 366 ETFs
  • Kanada: 252 ETFs
  • Japan: 191 ETFs

Vor- und Nachteile von ETFs

ETF Vorteile

– Kostengünstig

Da die Zusammenstellung bzw. die Performance des ETF durch den Index vorgegeben wird, muss kein aktives Fondsmanagement betrieben werden. In Kombination mit dem Wegfall des Ausgabeaufschlags sind die Kosten ungemein niedrig.

– Diversifikation

Da ein Index mehrere Aktien einer Branche oder einer Geolokation in sich vereint, ist ein dazugehöriger ETF sehr breit gestreut. So umfasst der Deutsche Leitindex (DAX) die 30 wichtigsten Unternehmen in Deutschland. Der Weltindex MSCI World vereint sogar über 1.600 einzelne Aktien. Damit ist die Risikostreuung durch ETFs sehr hoch.

– Transparenz

Die Zusammenstellung bzw. die Performance eines ETF ist durch seinen Basisindex stets vorgegeben.

– Hohe Liquidität

ETFs zählen Dank ihrer großen Beliebtheit zu den liquidesten Wertpapieren. Vor allem Market Maker, die mit ihren Angebotspreisen im Orderbuch stehen, sorgen für eine hohe Liquidität und somit für besonders niedrige Geld-Brief-Spannen.

– Moderates Wachstum

In den schlechtesten DAX-Börsenjahren betrug das durchschnittliche Wachstum knapp über 3 Prozent, in den besten über 12 Prozent. Indizes wachsen im Schnitt jährlich zwischen 5 und 8 Prozent und somit auch die ETFs, die sie abbilden. Entsprechend gering ist auch das Verlustrisiko – dieses besteht zwar immer, kann bei einem geduldigen Investment über mehrere Jahre aber wieder ausgeglichen werden.

– Börsengehandelt

Als börsengehandelte Wertpapiere können ETFs jederzeit innerhalb der Börsenzeiten gekauft und wieder verkauft werden. Dabei sind Sie nicht an den Emittenten gebunden, sondern können wie andere Aktien auch ETF-Anteile mit anderen Marktteilnehmern handeln.

– Sondervermögen

ETFs werden als Sondervermögen behandelt. Das investierte Geld wird dementsprechend getrennt vom Vermögen der Kapitalgesellschaft aufbewahrt und ist im Insolvenzfall sicher.

ETF Nachteile

– Begrenzte Rendite

Die Stärke eines ETF ist gleichzeitig seine Schwäche: Da der Kursverlauf durch den zugrundeliegenden Index vorgegeben ist, kann ein ETF den Markt nicht schlagen.

– Nicht für kurzfristige Gewinne

Ausschüttende ETFs generieren zwar einen konstanten Geldstrom, große Gewinne können Sie dadurch aber nur schwer erzielen. Kurzfristige Handelsstrategien können mit ETFs nicht verfolgt werden.

– Teure Exoten

ETFs von Schwellenländern oder Nischenmärkten sind oft um ein Vielfaches teurer als die klassischen Varianten.

– Synthetische ETFs sind kompliziert

Der Aufbau von synthetisch replizierenden ETFs ist meist so komplex, dass die meisten Anleger die Wertentwicklung gar nicht nachvollziehen können. Dementsprechend lassen sich auch die Risiken schwerer abschätzen.

Fazit: Vermögen mit ETFs aufbauen

Börsengehandelte Indexfonds sind längst kein Geheimtipp mehr. Selbst der Finanzguru Warren Buffett schwört auf ETFs und rät all seinen Anhängern, diese in ihr Portfolio mit aufzunehmen. In der Tat bieten ETFs eine Bandbreite von Vorteilen: Niedrige Kosten, Diversifizierung von Haus aus und jährliche Renditen von 5 Prozent und mehr überzeugen professionelle wie private Investoren gleichermaßen. Doch ETFs sind nicht für jeden Anleger gleichermaßen gut geeignet. Indexfonds sind eher konservativ und besitzen einen Anlagehorizont von 10 und mehr Jahren. Damit sind sie perfekt geeignet für die private Altersvorsorge oder für eine betriebliche Zuwendung in Form vermögenswirksamer Leistungen. Für kurzfristige Investments, etwa um für ein neues Auto anzusparen, sind ETFs daher nicht geeignet. Auch aggressive Trading-Strategien können mit den passiven Indexfonds nicht realisiert werden.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu ETFs kurz erklärt

1. Was ist ein ETF?

Ein ETF bildet einen Index nach, um dessen Performance 1 zu 1 zu kopieren. So können Sie in einen ganzen Markt investieren, ohne die einzelnen Aktien kaufen und verwalten zu müssen.

2. Wie funktioniert ein ETF?

Es gibt zwei grundsätzliche Arten und eine Mischform, um einen Index abzubilden. Entweder nimmt ein ETF exakt die Aktien und deren Gewichtung auf, wie sie auch im gewählten Index vorhanden sind – dann spricht man von physischer Replikation. Oder er repliziert den Index künstlich über ähnliche Aktien, Swaps oder Wertpapierverleih – hier spricht man von synthetischer Replikation. Es ist auch eine Mischung aus beiden in Form der Teilreplikation möglich, also dass ein Teil physisch und der Rest synthetisch repliziert wird.

3. Wer bietet ETFs an?

Ob Großbank, Direktbank, Online-Broker oder digitaler Vermögensverwalter: Börsengehandelte Indexfonds können Sie über fast jeden Broker erwerben. Achten Sie bei der Wahl Ihres Brokers auf das Produkt-Portfolio, denn die tatsächliche Auswahl unterscheidet sich teils erheblich voneinander. Einige ETF-Broker bieten nur eine Handvoll, andere über tausend Indexfonds an; manche beschränken sich auf 3 bis 5 ETF-Herausgeber, andere Broker besitzen ETFs von über 20 Emittenten in ihrer Auswahl.

4. Wer steckt hinter den ETFs?

ETFs gehen auf John Bogle zurück, der 1974 für Vanguard börsengehandelte Indexfonds ermöglichte. Heute werden ETFs von sehr vielen Emittenten herausgegeben, dabei verteilen sich über 90 Prozent der Marktanteile auf die 10 größten Emittenten. Ganze 2/3 des Marktes werden sogar nur von drei Anbietern beherrscht: [*2]

  • iShares von BlackRock
  • Xtrackers von DWS
  • Lyxor von Société Générale

Daneben gibt es unter anderen UBS, Amundi, Comstage, Deka und viele kleine Nischenanbieter. Seit der ETF-Einführung entwickelte sich der Markt rasant: Betrug das Marktvolumen 2008 noch 716 Milliarden US-Dollar, wurden 2018 bereits 4,7 Billionen US-Dollar in ETFs investiert. Dabei stieg das ETF-Angebot weniger steil an: Konnten Anleger 2008 noch aus 1.622 verwalteten ETFs wählen, waren es 2018 bereits 6.478. [*1]

5. Wer haftet bei ETFs?

ETFs sind Sondervermögen. Das von Ihnen eingezahlte Geld wird demnach getrennt von der Fondsgesellschaft aufbewahrt und ist im Krisenfall vor möglichen Gläubigern sicher. Etwas anders sieht es bei Swap- und Leih-basierten ETFs aus. Sind die Kontrahenten nicht mehr zahlungsfähig, kann es zu Ausfällen kommen. Hier greifen einige Sicherheitsmechanismen, um einen solchen Fall abzufedern, etwa die Entrichtung von Sicherheitsleistungen.

6. Warum sind ETFs hauptsächlich passiv?

Da sie einen Index so präzise wie möglich abbilden, ist ihre Zusammenstellung bzw. ihre Performance bereits vorgegeben. Ein aktives Fondsmanagement ist daher nicht notwendig.

7. Was bedeutet „börsengehandelt“?

Börsengehandelt meint, dass ein ETF wie herkömmliche Aktien auch an den nationalen und internationalen Börsen gekauft und wieder verkauft werden kann. Damit ist der ETF-Handel an die Börsenzeiten gebunden und bildet über den Tagesverlauf einen Kurs wie andere Aktien auch.

8. Warum sollte man in ETFs investieren?

Sind nicht nur sind ETFs wesentlich kostengünstiger als Investmentfonds, sie bergen dank der hohen Diversifikation und dem unterstellten Wirtschaftswachstum ein wesentlich niedrigeres Verlustrisiko. Mit ETFs können Sie ganz bequem mit einem einzigen Investment in einen breiten Markt partizipieren. Sie benötigen zudem kein großes Fachwissen, um die Kursentwicklung zu verstehen und können dieses ganz einfach mit einem Blick auf den entsprechenden Index nachverfolgen. Suchen Sie nach einer langfristigen und sicheren Anlagemöglichkeit, sind ETFs aktuell die beste Wahl.

9. Welche Vorteile bieten ETFs?

ETFs sind für private Anleger wie auch für Großinvestoren besonders attraktive Investmentmöglichkeiten, um langfristig ein Vermögen aufzubauen, bzw. um vom Wirtschaftswachstum einzelner Sektoren zu profitieren. Dies ist vor allem durch folgende Vorteile möglich:

  • Niedrige Kosten und einfache Kostenstruktur
  • Konstanter Wertzuwachs
  • Börsengehandelt
  • Hohe Transparenz durch Index-Vorgabe
  • Breite Risikostreuung
  • ETFs sind Sondervermögen

10. Welche Nachteile haben ETFs?

Da ETFs langfristig ausgelegt sind, kann nach einigen Monaten oder wenigen Jahren selbst bei Verlusten keine Entscheidung über die ETF-Entwicklung gefällt werden. Anleger müssen sich in Geduld üben. Auch ist es kaum möglich, den Markt zu schlagen – dies ist im Grundkonzept gar nicht vorgesehen. Der Kursverlauf ist vorgegeben, die mögliche Rendite entspricht der des Marktes. Wollen Sie höhere Gewinne erzielen, müssen Sie auf risikoreichere Anlagen ausweichen.

11. Was sind die Risiken von ETFs?

Allen voran das Kontrahentenrisiko bei Swap-basierten ETFs ist hier zu nennen. Auch ein Ausfall der Leihpartner bei Wertpapierleihgeschäften ist möglich. In beiden Fällen ist die Gegenpartei nicht mehr in der Lage, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und der ETF bzw. dessen Anleger bleiben auf den Verlusten sitzen. Ein Totalverlust bei Insolvenz des Brokers, der Fondsgesellschaft oder der Partner ist aber dank dem Status als Sondervermögen nicht möglich.

12. Sollte man größere Anlagebeträge auf mehrere ETFs eines Index verteilen?

Eine Verteilung auf mehrere ETFs, die denselben Index abbilden, hat keinen großen Effekt. Denn alle ETFs entwickeln sich gleich. Zwar sind aufgrund der verschiedenen Replikationen leichte Abweichungen möglich, diese sind aber marginal.

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