Social Trading und sein großes Potential

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Der Börsenmarkt ist im Wandel. Durch den anhaltenden Niedrigzins werden neue und profitable Anlagemöglichkeiten gesucht, die fernab der klassischen Sparpläne noch attraktive Zinsen bieten. Das Social Trading ist eine solche Alternative, die nicht nur Trader zusammenbringt, sondern Zutritt zu gänzlich neuen Märkten ermöglicht. Hier wird ein gemeinsamer und gemeinschaftlicher Handel gelebt. Man will nicht mehr länger abhängig sein von der Meinung eines Experten sondern selbstständig bei jedem Trade entscheiden können. Die Grundlage für das Social Trading ist ein reger Informationsaustausch, auf dessen Basis alle Anleger Entscheidungen treffen. Und dieses Konzept findet großen Anklang – Social Trading boomt!

Social Trading Platfformen: Anbieter Vergleich (Stand 11/2019)

Wer in das Social Trading einsteigen will, kommt an den etablierten Plattformen nicht vorbei. Die in Deutschland bekanntesten Trading Plattformen sind eToro, Ayondo und Wikifolio. Jede Plattform nutzt dabei andere Social Investment Prinzipien; das konkrete Angebot ist auf jeder Plattform weit gestreut. Neben Aktien haben sich die Big Player des Social Trading vor allem auf Forex-Geschäfte und CFDs spezialisiert, aber auch Rohstoffe, Währungen und ETFs sind möglich. Wir stellen Ihnen die „großen Drei“ einmal kurz vor.

AnbieterKosten
Depot p.a.
BesonderheitenMehr Infos
eToro Logo
eToro
0,00 € + Mindesteinlage: 200 €
+ Mindesteinsatz: 25 €
+ Portfolio: Aktien, CFDs, ETFs, Forex, Rohstoffe, Indizes, Währungen und Kryptowährungen
+ Prinzip: Copy Trading einzelner Trader
+ Demokonto: Zeitlich unbegrenzt
+ Kosten: In Spreads enthalten
+ Bonus-Programm: Diverse, zeitlich befristet
+ Einlagensicherung: Eigener Einlagensicherungsfond bis 20.000 €
+ Regulierung: CySEC, FCA, ASIC
wikifolio Logo
wikifolio
0,00 € + Mindesteinlage: 100 €
+ Mindesteinsatz: 100 €
+ Portfolio: Aktien und Fonds
+ Prinzip: Zertifikate auf Musterportfolios
+ Demokonto: Nein
+ Kosten: Über Zertifikate
+ Bonus-Programm: Keine
+ Einlagensicherung: Durch Lang & Schwarz
+ Regulierung: Keine

Social Trading – das verbirgt sich dahinter

Kurz und knackig

Wenn der Börsenhandel sich sozial vernetzt, dann spricht man vom Social Trading. Privatanleger können sich untereinander austauschen, Marktentwicklungen diskutieren und gemeinsam lukrative Investitionsmöglichkeiten aufspüren. Somit erhalten auch unerfahrene Trader einen leichten Zugang zum Börsenhandel.

Das Prinzip Social Trading

Social Trading – auch Social Investing genannt – verknüpft den Börsenhandel mit den Funktionen von sozialen Netzwerken. Die Basis bildet eine aktive Community aus Privatanlegern und professionellen Tradern. Anleger (Social Trader) veröffentlichen dabei ihr Portfolio und erläutern ihre Handlungsstrategie in speziellen sozialen Netzwerken und auf allseits bekannten Plattformen. Andere private Anleger können diese Informationen einsehen, kommentieren und sogar nachahmen. Diese Form des Tradings ist daher eine unregulierte Anlageberatung und Vermögensverwaltung.

Das gemeinschaftliche Ziel ist es, das klassische Trading an der Börse über einige wenige Broker (Experten) abzulösen und mit einer großen und erfahrenen Community zu ersetzen. Privatanleger sollen so selbst und unabhängig in der Lage sein, zu traden. Grundsätzlich ist damit für die Teilnahme am Welthandel kein oder nur wenig Wissen notwendig und jeder kann sofort loslegen.

Die Akteure

Es gibt die Signalgeber (Top Trader) und deren Follower. Signalgeber können Hobby-Anleger aber auch professionelle Finanzdienstleister sein. Sie veröffentlichen ein öffentliches Musterdepot und legen damit auch ihre Investitionsstrategie offen. Alle Käufe und Verkäufe sind dadurch gänzlich für andere Trader einsehbar, zudem lässt sich anhand der öffentlichen Daten die Anlagestrategien in der Regel lückenlos nachvollziehen.

Daneben gibt es die Followers, also alle Privatinvestoren. Sie folgen den Strategien eines oder mehrerer Top Trader, die sie für profitabel halten. Dabei können sie die Investments zunächst nur beobachten, ohne gleich selbst investieren zu müssen. Erst, wenn ihnen die Performance zusagt, können sie die Strategie des Social Traders kopieren.

Copy Trading und Mirror Trading

Beides sind Unterformen des Social Tradings und werden oft als Synonyme verwendet. Doch die Begriffe bezeichnen zwei unterschiedliche Vorgehensweisen – auch wenn der Unterschied für den Laien marginal erscheinen mag.

Bei dem Copy Trading werden die Trades eines oder mehrerer Händler verhältnismäßig zur eigenen Depotgröße kopiert und ausgeführt. Die Käufe und Verkäufe werden also proportional umgesetzt. Das bedeutet konkret: Investiert der Social Trader 1.000 EUR, so werden 100 EUR aus dem Depot eines Followers in die gleichen Anlagen investiert. Die Proportionen der Trades werden stets beibehalten

Das Mirror Trading funktioniert ähnlich – auch hier werden Käufe und Verkäufe kopiert. Allerdings nicht proportional zur eigenen Depotgröße, sondern gänzlich 1:1. Konkret bedeutet das: Werden vom Social Trader 1.000 EUR investiert, so wird die gleiche Summe auch vom Follower eingesetzt

Follower und Zertifikate

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Art und Weise, wie am Erfolg eines Social Traders partizipiert wird. Die gängigste Form, die etwa bei eToro oder Ayondo genutzt wird, ist das Kopieren von Anlagestrategien einer oder mehrerer Personen. Privatinvestoren verbinden sich dabei in einem sozialen Netzwerk mit anderen Tradern und folgen einigen wenigen Top Tradern, deren Investitionshandlungen vollautomatisch kopiert werden.

Eine weiter Möglichkeit ist die Variante, die bei Wikifolio Anwendung findet: Top Trader erstellen ein Musterportfolio, in das andere Trader investieren wollen. Haben sich genügend Investoren gefunden, wird das Portfolio in Zertifikate umgewandelt, welche von den Social Tradern gekauft werden können. Ein Zertifikat bildet die Strategie des Musterportfolios 1:1 ab. Solche Zertifikate lassen sich wie ein normales Wertpapier handeln und können in bereits bestehende Wertpapier-Depots aufgenommen werden.

Chancen und Risiken im Überblick

Wie jede Anlageform besitzt auch das Social Trading Vor- und Nachteile. Wir haben im Folgenden die Wichtigsten kurz zusammengestellt.

Die Chancen

Transparenz und eine aktive Community sind die Grundlagen für erfolgreiches Social Trading. Jeder Trader kann vom Wissensschatz aller profitieren und sich an den Gewinnen der Top Trader partizipieren. Interne Kontrollmechanismen der Plattformen garantieren dabei einen relativ hohen Standard ihrer Trader. Die Anlagemöglichkeiten mit Social Trading sind dementsprechend groß. Zudem werden nur börsengehandelte und regulierte Produkte wie Aktien, ETFs, Währungen oder Rohstoffe gehandelt. Weitere Vorteile sind etwa:

1) Verluste können begrenzt werden

Alle Plattformen bieten interne Kontrollmechanismen (etwa die Stop-Loss-Funktion), um Verluste so gut es geht eindämmen zu können. Das Feintuning ermöglicht, sich vor hohen Verlusten zu schützen. So lassen sich gehandelte Basiswerte oder die Risikoneigung genau definieren. Insbesondere durch eine breite Risikostreuung lassen sich die Verluste gut abfedern. Grundlage hierfür ist eine breite Diversifikation des eigenen Portfolios. Das ist bereits mit der Aufnahme weniger Top Trader Portfolios erreicht.

2) Günstiger Start

Im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten ist das Social Trading sehr günstig. Hier entfallen etwa viele Gebühren oder sind verhältnismäßig niedrig. Zudem wird nur ein geringes Startkapital von einigen wenigen hundert Euros benötigt. Auch die Kosten für den professionellen Vermögensverwalter entfallen gänzlich.

3) Kein Vorwissen für das Trading notwendig

Auch unerfahrene Anleger können mit Social Trading erfolgreich an den weltweiten Börsen handeln. Ohne viel Vorwissen können Sie in das Trading einsteigen und vom stetigen Lerneffekt profitieren. Ein umfangreiches Wissen ist am Anfang nicht mehr zwingend notwendig, garantiert in der Zukunft aber mehr Gewinnchancen.

4) Permanenter Informationsaustausch innerhalb der Community

Das Prinzip des sozialen Netzwerks bietet die Möglichkeit, einen riesigen Wissensschatz anzuhäufen und mit allen Mitgliedern zu teilen. So können auch eher unscheinbare Marktentwicklungen aufgedeckt werden. Zudem können alle neuen Trader aus den Erfahrungen aller anderen profitieren und ohne selbst große Verluste einzufahren die Marktmechanismen kennenlernen.

5) Nicht gegen Trader, sondern gegen den Markt

Beim Social Trading kämpft man nicht allein. Anlagestrategien werden nicht verheimlicht, sondern gemeinsam diskutiert und stetig verbessert.

6) Soziale Anlagestrategien bieten bessere Gewinnmöglichkeiten

Wenn viele Trader für eine Strategie zu begeistern sind und sich dem anschließen, können ganze Kurse positiv beeinflusst werden. Zudem erkennt man dank dem Kollektivwissen wesentlich besser, welches Risiko und welcher Kursverlauf bei jeder Anlage zu erwarten sind. Zudem stehen privaten Social Tradern lukrative Märkte fernab der klassischen Anlagemöglichkeiten zur Verfügung. Zwar sind diese mit einem höheren Risiko behaftet, werden bei konservativen Anlagen wie ETFs aber gänzlich ignoriert.

Und die Risiken

Doch Social Trading muss auch kritisch betrachtet werden. Nicht umsonst warnen alle Plattformen vor den hohen Verlustquoten, die zwischen 70 und 90 % liegen.

1) Verwalter unterliegen keiner Aufsicht

Die Plattformen selbst und ihre gehandelten Produkte sind registriert und reguliert. Die Verwalter hingegen unterliegen keiner Aufsicht und können frei agieren. Sie müssen auch keine Ausbildung oder Berufserfahrung vorweisen. Hier greift wieder das Prinzip „Kontrolle durch die Community“, doch auch sie ist fehleranfällig. Vor allem die Gruppendynamik darf nicht unterschätzt werden. Plattformen haben eigene Kontrollmechanismen implementiert, um schlechte Trader herauszufiltern.

2) Virtuelle Trader

Im Prinzip kennt man die Trader nicht und kann teilweise noch nicht einmal einsehen, ob sie mit Echtgeld traden. Auf einigen Plattformen ist es möglich (und der Marktführer eToro gehört dazu), mehrere Demokonten anzumelden und auf jedem eine konträre Strategie zu handeln. Hauptsache, genügend Follower werden aufmerksam und investieren. Andere Plattformen wie Ayondo machen es besser, und weisen genau aus, welche Strategie mit Echtgeld handelt und wer genau hinter den Strategien steckt. Anbieter wie OANDA gehen noch einen Schritt weiter und lassen nur Echtgeld-Trader zu.

3) Zeitverzögerung

Je größer die Follower-Anzahl und je später man sich angehängt hat, desto größer ist die Zeitverzögerung bei der Orderausführung. Zwar sind solche Verzögerungen minimal, können aber bei bestimmten Optionen bis zu 2 Punkteverlust (Slippage) bedeuten. Mit der Zeit kann sich dieser Verlust zu einem merklichen Nachteil aufsummieren. Auch positive Slippages sind möglich, also solche Verzögerungen, bei denen der Signalnehmer vom besseren Kurs profitiert als der Signalgeber. Dies ist jedoch eher die Ausnahme.

4) Kumulierter Verlust des Signalgeber-Portfolios

Der Drawdown ist der Verlust, den ein Anleger theoretisch innerhalb einer bestimmten Periode erlitten haben könnte. Für die Berechnung wird für die gewählte Periode der höchste mit dem niedrigsten Kursstand verrechnet. Das Ergebnis ist der kumulierte Verlust. Es ist durchaus normal, mehrere kleine Drawdowns zu erleiden, da der Markt ständig in Bewegung ist. Schlechte Trader erkennt man an täglichen und wöchentlichen Drawdowns von über 10 %.

5) Vermögen meist nicht geschützt

Das investierte Kapital ist meist nicht vor der Zahlungsunfähigkeit der Wertpapier-Herausgeber geschützt (auch Emittenten-Risiko genannt). Im Gegensatz zu Fonds, deren Einlagen als Sondervermögen separat aufbewahrt werden und somit nicht zur Konkursmasse gehört, kann im Falle einer Insolvenz sogar den Tradern der Totalverlust drohen. Auf einigen Plattformen wie Wikifolio ist das eingesetzte Kapital aber in anderer Form abgesichert, etwa durch Besicherungen. Dadurch ist bei einer möglichen Insolvenz wenigstens ein Teil des eingesetzten Vermögens gesichert.

6) Schlechte Trader sind schwer zu erkennen

Ohne Fachwissen ist es kaum möglich, problematische Trader und deren schlechte Entscheidungen zu erkennen. Die Gewinnchancen hängen stark vom Können der gewählten Top Trader ab. Viele vermeintlich erfolgreiche Social Trader erzielen jedoch nur kurzfristig und nur durch sehr riskante Strategien Gewinne. Unerfahrene Follower können gar nicht erkennen, ob eine starke Performance lediglich auf einer riskanten Strategie beruht und lassen sich von den Werten zu Investitionen verleiten, die allzu oft nur Verluste bringen.

Social Trading Follower werden

Follower oder Copy Trader werden ist ganz einfach. Es beginnt mit der Entscheidung, über welche Plattform man handeln will. Größtes Unterscheidungsmerkmal ist dabei, ob man lieber als Follower oder über Zertifikate am Börsenmarkt mitmischen will. Die Anlagemöglichkeiten sind überall sehr ähnlich: Aktien, Indizes, CFDs, ETFs oder Rohstoffe.

Nach der Anmeldung auf der Plattform seiner Wahl kann man sich sogleich mit anderen Tradern vernetzen und verschiedene Anlagestrategien diskutieren. Und es beginnt die Suche nach den passenden Social Tradern. In eToro bietet das OpenBook einen sehr aufschlussreichen Überblick über alle Community Mitglieder und die erfolgreichsten Trader. Detailansichten zu allen vergangenen Aktivitäten, den erzielten Gewinnen und erlittenen Verlusten geben ein aufschlussreiches Bild über jeden Trader. Auch die gesamte Tradinghistorie wird mit Diagrammen anschaulich dargestellt. Über Filteroptionen können Trader nach Risikobereitschaft und präferierten Märkten und Finanzinstrumenten präzise gesucht werden. Dadurch ist es auch Einsteigern verhältnismäßig leicht möglich, erfolgreiche Social Trader zu finden. Man sollte aber einige Zeit in die Suche investieren und die Strategien und Erfolgshistorien der einzelnen Trader miteinander vergleichen, bevor man sich entscheidet. Denn allzu oft entpuppt sich ein vermeintlich erfolgreicher Trader als risikobereiter Spekulant mit langfristig mäßigem Erfolg.

Ist ein passender Social Trader gefunden, kann er ganz einfach in das eigene Portfolio aufgenommen und dort weiter beobachtet werden. Ist man sich seiner Sache sicher, kann nun Eigenkapital eingezahlt werden. Mit einem Klick werden dann automatisch alle Transaktionen des gewählten Top Traders kopiert und man partizipiert sich vollautomatisch an dessen finanziellen Erfolg.

Social Trader werden

Man kann auch selbst ein Signalgeber für andere Social Trader werden. Das ist immer dann eine Überlegung wert, wenn man es sich zutraut und genügend Erfahrung im Börsenhandel besitzt. Hierzu sollte man sich zu Anfang eine eigene Trading-Strategie entwickeln. Eine gute Trading-Strategie ist dabei:

  • Einzigartig,
  • Außergewöhnlich,
  • Zielgerichtet,
  • Konsequent verfolgt,
  • Leicht verständlich,
  • Jederzeit nachvollziehbar, und
  • Profitabel.

Nur mit einer durchdachten Trading-Strategie werden potentielle Follower auf einen aufmerksam. Denn erst wenn die Strategie erfolgversprechend ist, können viele Follower für das eigene Konzept gewonnen werden. Je mehr Menschen sich für die eigene Investmentstrategie begeistern, desto höher fällt die finanzielle Belohnung aus. Und der finanzielle Erfolg ist wohl das Ziel eines jeden Social Traders. Die Plattformen unterstützen einen dabei und belohnen bei Erfolgen mit Provisionen und höheren Gewinnen.

Doch ebenso schnell werden jene Social Trader bestraft, die eben keine Gewinne erzielen können. Insbesondere Ayondo hat mit seinem Stufen-System eine harte Bewertungs- und Bestrafungs-Maschinerie erschaffen: Als Top Trader ist man bemüht, schnellsten so viele Follower wie möglich anzuwerben und möglichst nur Gewinne einzufahren. Für die Follower ist das ein Segen. Doch sobald ein Top Trader über einen bestimmten Prozentsatz Verluste einfährt, wird er nicht herabgestuft – er wird gänzlich aus dem System ausgesperrt und kann sich nie wieder als Top Trader profilieren.

Wirtschaftlicher Erfolg und das Vertrauen der Follower sind essentielle Grundlagen, um sich als Social Trader behaupten zu können. Vor allem die eigene Community will dabei umgarnt und gepflegt werden. Spontane und schwer nachzuvollziehende Investments sind dabei eher Gift und schaden der eigenen Reputation. Die Community muss daher bei allen Entscheidungen einbezogen werden. Das bedeutet, dass neue Strategien genau erläutert werden sollten. Es geht im Prinzip immer um Transparenz, denn nur sie schafft nachhaltiges Vertrauen.

So verdienen die Plattformen mit

Plattformen wie eToro handeln nicht aus Nächstenliebe, sondern wollen am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Mitglieder mitverdienen. Da dies aber nur selten garantiert ist (über 75 % aller Trader fahren Verluste ein), haben die Plattformen eigene Gebührenmodelle entwickelt, um ihre Einnahmen zu sichern. So fallen Gebühren für das Folgen eines Top Traders an. Wikifolio etwa erhebt eine jährliche Zertifikat-Gebühr in Höhe von 0,95 % sowie eine Performance-Gebühr, die bis zu 30 % der Rendite betragen kann. Standardmäßig wird jede Order (Kauf und Verkauf) mit einer Ordergebühren verrechnet. Diese sind meist Festpreise bis 5 EUR je Trade. eToro oder Ayondo finanzieren sich hauptsächlich über die Spreads, also die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs.

Social Trading ausgiebig testen

Viele Plattformen bieten die Möglichkeit, ihre Dienste ohne den Einsatz echten Kapitals auf Herz und Nieren zu testen. Dafür können Sie bei dem Anbieter Ihrer Wahl ein Demokonto eröffnen und handeln darüber mit fiktivem Geld. So erhalten Sie einen ersten Eindruck vom Anbieter, den enthaltenen Funktionen und dem Handling. Doch auch ohne Demokonto können Sie erste Erfahrungen ohne Geldeinsatz gewinnen. Nach der Kontoerstellung sind Sie nicht verpflichtet, sofort Trades auszuführen. Sie können vorerst auch nur Trader auswählen und ihnen folgen. Dadurch erhalten Sie einen ersten Einblick in die eingesetzten Strategien und die Erfolgsquoten.

Grundsätzlich sollten Sie, bevor Sie eigenes Kapital einsetzen, folgende Punkte näher betrachten:

  • Erster Eindruck und Usability
  • Auffinden von Social Tradern, die man kopieren will
  • Transparenz der einzelnen Trader
  • Möglichkeiten, selbst aufzusteigen
  • Häufige Probleme
  • Community und ihre Aktivität (auch auf externen Plattformen)
  • Supportmöglichkeiten und konkrete Hilfestellungen

6 Tipps für Social Trading

1. Signalgeber genau beobachten

Top Trader sind sogenannte Signalgeber. Sie verfolgen auf Social Trading Plattformen eine Handelsstrategie mit ihrem öffentlichen Musterdepot. Solche Top Trader können professionelle Vermögensverwalter und Broker sein, aber auch Hobby-Trader genießen diesen Status. Um auf der Ssicheren Seite zu sein, sollten Sie sich immer genaue Informationen über den bisherigen Erfolg und die generelle Strategie eines jeden Signalgebers beschaffen. Plattformen wie eToro bieten dafür über ihren Newsfeed eine sehr einfache und übersichtliche Möglichkeit.

2. Nicht mit dem Strom schwimmen

Der größte Fehler, den unerfahrene Neulinge im Social Trading immer wieder machen, ist der Masse zu folgen. Viele orientieren sich einfach an der Zahl der Follower und nutzen keine weiteren Parameter zur Top Trader Suche. Das blinde Kopieren beliebter Social Trader birgt das Risiko, sein Geld in kurzer Zeit fast vollständig zu verlieren. Besser ist, einen Signalgeber zu finden, der eine mittel- oder langfristige Strategie verfolgt.

3. Das macht einen guten Top Trader aus

  • Aktives Trading seit mindestens 6 Monaten
  • Keine zu hohen Gewinne und keine 100%ige Gewinnrate
  • Ein niedriger Drawdown von unter 10 %
  • Marktwissen und Erfahrungen werden kommuniziert
  • Generell rege Kommunikation, insbesondere bei Fragen aus der Community

4. Genau überlegen

  1. Überdenken Sie genau, ob Social Trading eine Option für Sie ist
  2. Melden Sie sich bei der Social Trading Plattform an, die am ehesten Ihren Anforderungen entspricht
  3. Fällen Sie keine übereilten Entscheidungen, sondern vergleichen Sie Social Trader und ihre Portfolios genau miteinander
  4. Setzen Sie sich Grenzen, bis zu welchen Endbeträgen Sie bereit sind und welche Verluste Sie verkraften können

5. Ihr Social Trading Profil

Ihr eigenes Profil ist Ihre Möglichkeit, sich der Community zu präsentieren. Hier erhalten potentielle Follower wertvolle Statistiken über Ihre Strategie und Ihre Gewohnheiten. Für mehr Vertrauen in Ihre Fähigkeiten sollte Ihr Konto vollständig verifiziert sein: Mit Profilbild, kurzer Vita und Erläuterungen zur eigenen Anlagestrategie. Erst Transparenz schafft das größte Vertrauen, nur so können Sie viele Follower für sich gewinnen.

6. Über die Plattform hinaus

Social Trading basiert auf einem aktiven Informationsaustausch. Nur eine rege Community garantiert, dass jeder vom geballten Trading-Wissen profitieren kann. Beschränken Sie sich also nicht auf ein Trading-Netzwerk, sondern erweitern Sie Ihre Kontaktmöglichkeiten. Auch in anderen sozialen Netzwerken werden Investitionsentscheidungen rege miteinander geteilt und diskutiert. Facebook und Twitter, aber auch Chatgruppen in WhatsApp oder Telegram können dafür genutzt werden. Hierüber lassen sich sogar Charts über die eigene Trading-Aktivitäten direkt aus der Trading-Plattform heraus mit allen teilen.

 

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