ETF-Sparplan – Der umfassende Ratgeber

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In unserem ETF-Sparplan Ratgeber erfahren Sie alles Notwendige, um Ihr Geld langfristig und sicher in ETFs anzulegen. Wir erläutern Ihnen dabei nicht nur alle Grundlagen, sondern geben Ihnen ETF-Tipps für einen einfachen Einstieg und veranschaulichen manche Sachverhalte mit praxisnahen Rechenbeispielen.

Was ist ein ETF-Sparplan?

ETFs (Exchange Traded Funds) bilden einen Index ab. Das bedeutet, sie nehmen alle Aktien aus einem Index auf und behalten auch deren Gewichtungen bei. Die auch als Indexfonds bezeichneten Wertpapiere sind daher passiv gemanagte Fonds: Ihre Zusammenstellung steht von vornherein und unabhängig von einem Fondsmanager fest. Daher sind Indexfonds günstiger als andere Fondsvarianten. Sie müssen nur angepasst werden, wenn der Index selbst sich in seiner Zusammensetzung ändert. Etwa, wenn ein Wertpapier nicht mehr im Index enthalten ist – so geschehen beim DAX, als der Industriekonzern Thyssenkrupp aus dem DAX schied.

Das Ziel aller ETFs ist es, die Wertentwicklung eines Indizes genau nachzubilden. Da die Wirtschaft auf kontinuierliches Wachstum ausgerichtet ist, steigen auch die Indizes in ihrem Wert. Dadurch kann man – natürlich abhängig vom jeweiligen Index – eine inflationsbereinigte Rendite von durchschnittlich 5 Prozent erwarten.

Bei einem ETF-Sparplan werden nun nicht ganze Anteile, sondern Bruchstücke eines ETF erworben. Dafür bündelt die Bank bzw. der ETF-Broker alle Kundengelder und kauft davon die entsprechenden ETF-Anteile. Jeder Kunde erhält davon ein Bruchstück, welches dem Wert der persönlichen Sparrate entspricht. Dadurch können Sie bereits mit sehr kleinen Beträgen an einem ETF partizipieren und müssen nicht jede einzelne Aktie bzw. einen ganzen ETF-Anteil in Ihr Portfolio aufnehmen. Dafür können Sie den Kaufzeitpunkt nicht selbst bestimmen. Ihr Broker investiert zu einem festen Termin in die gewählten ETFs, unabhängig vom aktuellen Kurs. Mögliche Kursschwankungen können folglich nicht optimal für eine bessere Rendite genutzt werden.

Die unterschiedlichen ETF-Sparplan Formen

ETF ist nicht gleich ETF. Die Funktionsweise Ihres gewählten Indexfonds-Sparplans bestimmt maßgeblich dessen Performance, die Gebühren und somit die mögliche Rendite. Wir erläutern Ihnen daher die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale und welchen Einfluss diese auf Ihren Sparplan besitzen.

Physisch vs. Synthetisch

Das erste Unterscheidungsmerkmal bei ETF-Sparplänen ist die Art, wie sie den Index nachbilden (replizieren) – wie also ein ETF konstruiert ist. Davon hängen zum einen die Kosten für einen ETF-Sparplan, und seine Sicherheit ab. Es werden genau drei Arten der Replikation unterschieden:

1. Vollreplikation

Wie der Name vermuten lässt, werden bei einer Vollreplikation – man spricht auch von physikalischer Replikation – alle im Index befindlichen Aktien gemäß ihrer Gewichtung in den Indexfonds übernommen. Diese Variante ist zwar besonders präzise und sicher, birgt aber auch Probleme:

  • Das ist nur für verhältnismäßig kleine Indizes wie dem DAX möglich
  • Eine physikalische Replikation ist auch die teuerste Variante

2. Teilreplikation

Um auch umfangreiche Indizes wie den MSCI World mit über 1.600 Aktien abbilden zu können, werden nur besonders repräsentative Titel aus dem Index in den ETF aufgenommen bzw. solche, die stark mit dem Index korrelieren, aber nicht zwangsläufig Teil davon sind. Bei einer Teilreplikation kommt es daher zwangsläufig zu Performance-Abweichungen.

3. Synthetische Replikation

Synthetisch replizierte ETFs sind wesentlich kostengünstiger. Sie nehmen nicht die Index-Titel selbst auf, sondern nutzen Derivate – häufig Leih- und Tauschgeschäfte (Swaps) -, um die Wertentwicklung eines Index abzubilden. Diese ETF Variante ist wesentlich präziser als die Teilreplikation. Teilweise gibt es für die Index-Darstellung keine Alternative, da die Basiswerte selbst etwa für Rohstoffe oder bestimmte Schwellenländer nicht handelbar sind. Doch auch synthetische Index-Replikate bergen Risiken:

  • Durch die Swap-Partner besteht ein Kontrahentenrisiko. Sollte einer der Partner insolvent gehen, kann der geliehene ETF-Anteil nicht zurückgezahlt werden und der ETF-Kurs sackt ab.
  • Anleger können eine komplexe synthetische Replikation nur schwer nachvollziehen.

Ausschüttend vs. Thesaurierend

ETFs sind entweder ausschüttend oder thesaurierend. Diese Begriffe definieren, wie die erzielten Erträge verwendet werden.

1. Ausschüttender ETF

Entsprechend dem Namen werden alle Gewinne an Sie als Anleger ausgeschüttet. Ist der Fondsanbieter in Deutschland ansässig, wird die anfallende Abgeltungssteuer automatisch abgeführt. Der Vorteil eines ausschüttenden ETFs ist, dass Sie einen regelmäßigen Geldstrom erhalten. Dadurch können Sie Ihre Gewinne aber nicht reinvestieren um mit der Zeit höhere Renditen zu erzielen.

2. Thesaurierender ETF

Bei thesaurierenden ETFs werden hingegen alle Gewinne sofort reinvestiert und im Fonds neu angelegt. Dies lohnt sich vor allem bei langfristigen Sparzielen. Dann nämlich setzt der Zinseszins-Effekt ein, der mit der Zeit immer höhere Gewinne erwirtschaftet.

Manuell vs. Fremdverwaltet

Grundsätzlich kann man unterscheiden, ob ein ETF-Sparplan von Ihnen selbst oder von einer dritten Instanz gemanagt wird.

Managen Sie Ihren Sparplan selbst, müssen Sie sich um alle Belange von der Auswahl des ETF, über die Einstellung der Sparrate bis hin zur möglichen Anpassung selbst kümmern. Dies ist zwar mit weniger Kosten, dafür aber mit einem wesentlich höheren Aufwand verbunden. Zeit, Geduld und Börsenwissen, das die meisten Kleinanleger nicht besitzen.

Für diese stehen die Möglichkeiten der fremdverwalteten Varianten zur Verfügung. Hier überlassen Sie alles einem Finanzverwalter. Das kann ein Bankmitarbeiter, eine andere qualifizierte Person, oder ein digitaler Vermögensverwalter (Robo-Advisor) sein. Sie bestimmen nur die Höhe der Sparraten, welches Risiko Sie bereit sind zu tragen und meist noch eine gewünschte Laufzeit. Um den Rest kümmert sich der menschliche oder digitale Vermögensverwalter. Sie besitzen aber immer ein Mitspracherecht, Ihr angelegtes Geld ist bis zum Ablauf nicht in einer Blackbox verschwunden. Sie können jederzeit selbst entscheiden, was mit Ihrem Geld passiert. Etwa, ob der ETF gewechselt, ein weiterer ETF für eine größere Diversifikation aufgenommen oder die Sparrate angepasst werden soll.

Passiv vs. Aktiv verwaltet

ETFs sind passive Fonds, da ihre Zusammensetzung durch den Index selbst und nicht durch die Prognosen eines Fondsmanagers bestimmt wird. Die meisten ETF-Sparpläne basieren daher auf dem Buy and Hold Prinzip: Sie entscheiden sich für einen bestimmten ETF und kaufen mit jeder Sparrate einen weiteren Bruchteil dazu. Ein Rebalancing muss in diesem Fall nicht vorgenommen werden. Der ETF-Emittent selbst passt die Fonds-Zusammenstellung immer dem zugrundeliegenden Index an.

ETF-Sparpläne können aber auch aktiv verwaltet werden. Nämlich dann, wenn Sie mehrere ETFs in Ihr Portfolio aufnehmen und dieses mit einem festen monatlichen Betrag besparen. Dann muss von Zeit zu Zeit ein Rebalancing durchgeführt werden, um das ursprüngliche Verhältnis im Portfolio wieder herzustellen. Auch aggressive Anpassungen sind möglich, um entgegen dem ETF-Prinzip, den Markt zu schlagen und eine höhere Rendite zu erzielen. Dies übernehmen meist ein kostengünstiger Robo-Advisor. Ein Algorithmus entscheidet je nach Marktentwicklung über die einzelnen Gewichtungen. Auch ein totaler Verkauf eines ETF und der Zukauf eines anderen ist möglich. Bedenken Sie dabei, dass aktiv verwaltete ETF-Depots aufgrund der häufigeren Transaktionen mit höheren Kosten verbunden sind.

Laufende Kosten eines ETF-Sparplans

ETFs sind im Vergleich zu anderen Anlagen wie Fondsinvestments besonders günstig. Dennoch gibt es Kostenpunkte, die bei einer langfristigen Investition Ihre Rendite erheblich schmälern können. Um bei der Wahl des richtigen ETF-Sparplans auch die Kosten immer im Blick zu behalten, beleuchten wir kurz die einzelnen Punkte.

Total Expense Ratio (TER)

Die TER gibt die Gesamtkostenquote eines ETF-Sparplans wieder. Sie stellt den prozentualen Anteil der Kosten am gesamten jährlichen ETF-Vermögen dar und wird täglich anhand des auf Ihrem Depot befindlichen Fondsvermögens berechnet. Hierin enthalten sind:

  • Verwaltungsgebühren wie Management- und Betriebskosten
  • Depotbankgebühren für die im ETF enthaltenen Wertpapiere
  • Lizenzgebühren für ETF-Verkauf
  • Vertriebsgebühren

Als ein erster Anhaltspunkt kann der TER für einen direkten ETF-Broker Vergleich herangezogen werden. Doch es werden entgegen dem Namen nicht alle anfallenden Kosten zusammengefasst. Sie können zu den TER daher bis zu 0,5 Prozentpunkte hinzurechnen.

Neugewichtungs- und Ordergebühren

Einer der Kostenpunkte, die nicht in den TERs aufgelistet werden, sind Transaktionsgebühren. Diese können anfallen, wenn der Index angepasst werden muss oder Dividenden auf die Positionen im Index verteilt werden. Auch die Handels- und Broker-Gebühren sowie Spreads bei Derivaten zählen hierzu.

Swap-Gebühren und Leih-Erträge

Eine Form, um einen Index kostengünstig abzubilden, sind Swaps – Tauschgeschäfte mit zumeist Banken als Swap-Partner. Der Swap-Partner zahlt dabei die Indexrendite und erhält dafür im Austausch eine Gebühr sowie die Rendite aus dem Sicherheitenportfolios des ETF.

Eine weitere Möglichkeit, die Index-Rendite ohne die tatsächlich im abzubildenden Index enthaltenen Aktien nachzubilden, ist der Verleih von Wertpapieren aus dem Fonds. Die Leiherträge werden zum Großteil dem ETF wieder zugeführt, den Rest behält der ETF-Anbieter selbst ein.

Anfallende Steuern

Auch die anfallenden Steuern sind ein kritischer Kostenpunkt, der sich für ETFs grob gesagt aus Körperschafts- bzw. Quellensteuer auf Fondsebene und Abgeltungssteuer auf Anlegerebene zusammensetzt. [Eine detaillierte Erläuterung sowie Beispielrechnungen finden Sie in unserem ETF-Steuer-Ratgeber.]

Seit der Gesetzesanpassung in 2018 werden in- und ausländische Fonds steuerlich gleich behandelt. Dabei fällt auf deutsche Einkünfte in Deutschland die Körperschaftssteuer in Höhe von 15 Prozent an. Auf Einkünfte aus ausländischen Fonds fällt nach wie vor die im jeweiligen Quellenland geltende Quellensteuer an. Beide Steuern werden auf Fonds-Ebene automatisch abgezogen und mindern damit die an Sie als Anleger ausgezahlte Rendite.

Auf der anderen Seite müssen Sie selbst die Kapitalertragsteuer (auch Abgeltungssteuer genannt) in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventueller Kirchensteuer auf all Ihre Kapitaleinkünfte zahlen. Lässt man die Kirchensteuer außer Acht, sind somit 26,375 Prozent fällig. Die Grundlage für die Besteuerung ist dabei je nach gewählter ETF-Form eine andere:

1. Ausschüttender ETF

Besparen Sie einen ausschüttenden ETF, wird die Abgeltungssteuer auf die über das Jahr erhaltenen Ausschüttungen fällig. Je nach ETF-Zusammenstellung können Sie Ihre Steuerlast durch die Teilfreistellung reduzieren.

2. Thesaurierender ETF

Reinvestiert der ETF die Dividende sofort wieder, konnten Sie vor der Steuerreform vom Prinzip der Steuerstundung teils über mehrere Jahre hinweg profitieren: Es fiel keine Abgeltungssteuer an. Das ist nun anders. Als Grundlage für die Steuerberechnung wird nun eine Vorabpauschale herangezogen. Diese bemisst sich am Fonds-Verkaufswert von Anfang des Jahres und dem Marktzins für risikolose Anlagen (nicht zu verwechseln mit dem Basiszins). Auch hier können Sie von der Vorabpauschale einen möglichen Teilfreistellungsbetrag abziehen. Der Restbetrag ist die Grundlage für die Berechnung der Abgeltungssteuer.

Hinweis: Swaps sind von der Teilfreistellung ausgenommen. Zahlen Sie in einen synthetischen ETF ein, kommen Sie wohlmöglich nicht in den Genuss einer teilweisen Steuerfreistellung.

Ist ein kostenloser ETF-Sparplan möglich?

Ja, viele Online-Broker und auch Direktbanken bieten dank Kooperationen mit ETF-Emittenten oder als Aktion kostenlose ETF-Sparpläne an. Dabei entfallen für Sie die Kaufgebühren. Kostenlos bedeutet in diesem Fall aber nicht zum Nulltarif! Verwaltungskosten und eventuelle Depotgebühren werden weiterhin erhoben. Zudem sind kostenlose ETF-Sparpläne mit Vorsicht zu genießen, da die Aktionen immer nur für einen begrenzten Zeitraum von meist einem Jahr gelten. Danach fallen wieder die üblichen Ordergebühren an. Einen zu 100 Prozent dauerhaft kostenlosen ETF-Sparplan gibt es nicht.

ETF-Sparplan ohne Einmalanlage

Bei manchen Anbietern können Sie sich entscheiden, ob Sie zu Beginn eine Ersteinlage einzahlen wollen oder nicht. Allerdings ist bei den meisten Banken und Online-Brokern eine Mindesteinzahlung gefordert. Die Höhe variiert zwischen 100 und über 100.000 EUR. Grundsätzlich ist es aber möglich, einen ETF-Sparplan ohne Einmalanlage einzurichten. Bei solchen Sparplänen dauert es aber wesentlich länger, bis Sie merkbar vom Zinseszins-Effekt profitieren.

ETF ohne Sparplan handeln

Ein ETF-Sparplan ist eine Sonderform im Wertpapierhandel. Dabei erwerben Sie nicht ganze Anteile eines ETFs, sondern entsprechend Ihrer Sparrate nur Bruchstücke. Indexfonds können wie andere Fonds auch einzeln an den Börsen gehandelt werden. Sie besitzen daher jederzeit die Möglichkeit, einen festen Betrag in einen oder mehrere ETFs zu investieren. In diesem Fall können Sie nur vorgegebene Anteile bzw. Bruchstücke erwerben. Ein Vorteil vom reinen ETF-Kauf liegt in der Flexibilität: Sie entscheiden selbst, wann der richtige Zeitpunkt zum Kauf ist und können günstigere Kurse für eine höhere Rendite nutzen. Allerdings profitieren Sie nur noch schwach oder gar nicht vom Zinseszins-Effekt.

Geld anlegen mit einem ETF-Sparplan

Für wen ist ein ETF-Sparplan geeignet?

Ein ETF-Sparplan ist auf eine Laufzeit von mehreren Jahren ausgelegt, mindestens 10 Jahre lang sollten Sie einen ETF halten. Die Verlustwahrscheinlichkeit ist in den ersten Monaten und Jahren schlicht zu hoch. Erst mit fortschreitender Laufzeit reduziert sich diese Wahrscheinlichkeit und läuft nach etwa 15 Jahren gegen Null. Daher ist dieser Sparplan nicht für kurzfristige Investitionen geeignet.

Für Kinder

Dank der langen Laufzeit und der dadurch garantierten Rendite kann ein ETF-Sparplan perfekt für den Vermögensaufbau der eigenen Kinder genutzt werden. Dabei gilt: Je eher Sie mit dem Sparen anfangen, desto größer wird die spätere Rendite selbst bei kleinen Sparbeträgen. Denn eine längere Laufzeit ermöglicht ein höheres Risiko und somit eine ebenfalls höhere Rendite. Eröffnen Sie den ETF-Sparplan im Namen Ihres Kindes, profitieren Sie zudem von dessen Steuerfreibetrag.

Ein kurzes Rechenbeispiel zur Veranschaulichung:

Nehmen wir an, Sie legen jeden Monat 50 EUR in einen Sparplan an, der eine jährliche Rendite von 5 Prozent erwirtschaftet und 2 Prozent an Kosten verursacht. Besparen Sie diesen ETF 20 Jahre lang, können Sie mit einem Wertzuwachs von über 8.000 EUR rechnen. Ihr Kind hätte dann nach Ablauf der Zeit etwa 20.000 EUR für den Start in die Selbstständigkeit zur Verfügung. Noch besser sieht es aus, wenn Sie sich für einen ETF mit höherer Risikoklasse entscheiden – für unser Beispiel ändern wir die Wertentwicklung auf 9 Prozent. In diesem Fall können Sie für Ihr Kind sogar über 30.000 EUR ansparen.

Als Altersvorsorge

Auf als private Altersvorsorge eignet sich ein ETF-Sparplan. Vor allem, wenn Sie sehr früh mit dem Sparen beginnen, können Sie dank dem Zinseszins-Effekt zum Renteneintritt von einem hohen Wertzuwachs profitieren. Viele Anbieter – insbesondere Robo-Advisors – bieten hierfür spezielle ETF-Sparplan Produkte an, die nach einer festgelegten Laufzeit eine vorher definierte Geldmenge jeden Monat an Sie auszahlt.

Auch hier ein kurzes Beispiel:

Nehmen wir hierfür an, Sie sind 25 Jahre alt und wollen mit 65 entspannt in Rente gehen. Hierfür besparen Sie neben der gesetzlichen Rentenversicherung einen ETF-Sparplan mit 100 EUR im Monat. Da Sie den Sparplan erst in 40 Jahren benötigen, wählen Sie eine sehr hohe Risikoklasse, die eine durchschnittliche Wertentwicklung von jährlichen 10 Prozent ermöglicht. Nach Ablauf der 40 Jahre haben Sie 47.000 EUR eingezahlt und verbuchen einen reinen Wertzuwachs von über 500.000 EUR. Ihnen stehen damit fast 550.000 EUR für Ihre Rente zur Verfügung. Nehmen wir weiter an, dass Sie etwa 20 Jahre davon zehren werden, können Sie sich auf eine Zusatzrente von monatlich über 2.200 EUR freuen.

Welcher ETF-Sparplan ist der Richtige?

Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten, da jeder Anleger individuelle Anlageziele, Vermögensvoraussetzungen, Risikoneigungen und natürlich Zeit und Geduld besitzen.

Wollen Sie wenig Kapital einsetzen, sollten Sie auf alle Fälle thesaurierende ETFs – also solche, die Ihre Renditen reinvestieren – wählen. Dann können Sie selbst mit sehr kleinen Sparraten über die Jahre eine beachtliche Geldsumme ansparen, die das zwei- bis fünffache Ihres Kapitaleinsatzes betragen kann. Wollen Sie hingegen einen kontinuierlichen Geldstrom aufbauen, sollten Sie mit einem großen Betrag in ausschüttende ETF-Sparpläne investieren.

Sie sollten bestenfalls nicht nur einen einzigen ETF für Ihren Sparplan wählen. Zwar sind ETFs grundsätzlich breit gestreut, beschränken sich aber auf einzelne Domänen wie ein Land oder einen Wirtschaftssektor. Nehmen Sie mehrere ETFs aus unterschiedlichen Bereichen auf, ist Ihr Portfolio besonders breit gestreut. Achten Sie aber darauf, dass einzelne Aktien nicht überrepräsentiert werden. Dies können Sie etwa durch die Aufnahme von synthetischen ETFs gut umgehen.

Grundsätzlich ist ein ETF auf den MSCI World eine sehr gute Basis und daher besonders zu empfehlen. Mit über 1.600 Aktien umfasst der Index eine große Bandbreite an Branchen und Unternehmen. Folgende ETFs sind rentable Alternativen:

  • iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN IE00B4L5Y983)
  • Xtrackers MSCI World UCITS ETF (ISIN LU0274208692)
  • Lyxor MSCI World Index UCITS ETF (ISIN FR0010315770)

Wichtig für Kleinanleger ist dabei die Kostenstruktur. Legen Sie nur kleine Summen an, können Broker mit Flatfees die günstigste Variante sein. Je größer Ihre Anlagesumme ist, desto eher profitieren Sie hingegen von Festpreisen.

Nachhaltigkeit

Auch im Börsengeschäft wird das Umweltbewusstsein immer weiter gestärkt. Viele ETF-Sparplan Anbieter nehmen daher ökologisch und ethisch nachhaltige ETFs in Ihr Repertoire auf. So werden etwa Sektoren mit umweltschädlichem Potential (Atomenergie, Ölproduzenten) oder ethisch verwerflichen Eigenschaften (Waffen, Glücksspiel, Pornografie) ausgeschlossen und dafür Unternehmen und Sektoren mit sozialer und globaler Verantwortung aufgenommen. Diese sind in einigen Fällen etwas teurer, können aber ebenso hohe Renditen wie herkömmliche ETFs erzielen. Einige Beispiele:

  • iShares MSCI Europe SRI UCITS ETF (ISIN IE00B52VJ196)
  • BNP Paribas Easy Low Carbon 100 Europe UCITS ETF (ISIN LU1377382368)
  • UBS MSCI World Socially Responsible UCITS ETF (ISIN LU0629459743)

Bester ETF-Anbieter

Zu empfehlen sind zum einen solche Anbieter mit besonders niedrigen Kosten sowie einer großen ETF-Auswahl. Flatex etwa ist ein mehrfach ausgezeichneter Broker (darunter von Stiftung Warentest oder dem Handelsblatt) mit einer besonders großen Auswahl an ETFs und attraktiven Gebühren. Welcher ETF-Broker für Sie in Frage kommt, ist allerdings von Ihren Ansprüchen und dem gewünschten ETF abhängig. Denn nicht jeder Broker besitzt alle ETFs in seinem Angebot und davon ist wiederum nur ein Bruchteil sparplanfähig. Machen Sie daher einen ETF-Sparplan Vergleich und suchen Sie nach Ihrem gewünschten Sektor.

Wann ist der perfekte Zeitpunkt, um in ETF einzusteigen?

Indexfonds sind daran ausgelegt, entsprechend ihrem Markt kontinuierlich zu wachsen. Bei der Anlage in ETF-Sparplänen gibt es also keinen perfekten Zeitpunkt für den Einstieg. Natürlich können Sie eine hohe Rendite in den ersten Jahren erwarten, wenn Sie am Ende einer Bärenmarktphase einsteigen. Da ein ETF-Sparplan aber für einen langen Zeitraum von 15 Jahren und mehr ausgelegt ist, gleicht sich dieser anfängliche Vorteil durch Kursschwankungen meist wieder aus.

Sparplan einrichten und verwalten

Die Einrichtung eines ETF-Sparplans geht ganz einfach und ist in wenigen Schritten erledigt:

1. Depot eröffnen

Zu Beginn benötigen Sie ein Wertpapierdepot, über das Sie Ihre Anteile verwahren. Sind Sie bereits Kunde bei einer Bank mit Brokerage, können Sie direkt dort ohne weiteren Aufwand ein Depot eröffnen.

2. ETF auswählen

Entscheiden Sie sich, in welchen ETF Sie investieren wollen. Merken Sie sich dafür die ISIN (Identifikationsnummer), über die Sie den ETF bei jedem Anbieter auswählen können. Sind Sie sich nicht sicher, sollten Sie sich für den MSCI World entscheiden, dieser ETF wird bei jedem Broker angeboten, ist sehr breit gestreut und bringt eine gute Rendite.

3. Über Online-Maske Sparplan einrichten

Gehen Sie nun zu Ihrem Broker Ihrer Wahl und navigieren Sie zu dem Bereich für Sparpläne. Im entsprechenden Interface legen Sie dann alle notwendigen Parameter fest: ISIN, Höhe der Sparrate, Sparintervall, Verteilung der Sparrate auf die ausgewählten ETFs (falls Sie mehrere ETFs besparen wollen), Kauftag, Konto für die Abbuchung. Nachdem Sie alle Eingaben verifiziert haben, ist Ihr ETF-Sparplan eingerichtet.

Als Anfänger starten

Vielen Neulingen fällt es schwer, die richtigen ETFs und den passenden Broker zu finden. Bei der schieren Masse an Anbietern und ETFs ist das auch nachvollziehbar. Aber Sie müssen sich nicht verunsichern lassen. Mit den folgenden ETF-Tipps finden Sie schnell den passenden Sparplan.

1. Wählen Sie bekannte Märkte

Lassen Sie sich zu Beginn nicht auf Experimente ein. Exotische ETFs aus Schwellenländern oder von Nischenbranchen erzeugen aktuell vielleicht eine überdurchschnittliche Rendite, aber ob dieser Trend auch langfristig (in 10 und mehr Jahren) anhält, kann niemand garantieren. Konzentrieren Sie sich daher am Anfang auf bewährte Indizes, etwa den MSCI World, oder Branchen wie die TecDAX-Unternehmen.

2. Vermeiden Sie Übergewichtungen

Eine breite ETF-Portfolio Streuung ist für eine Risikostreuung gut. Doch nehmen Sie mehr als einen ETF in Ihren Sparplan auf, müssen Sie auf deren Zusammensetzung achten. Denn viele ETFs beinhalten gleiche Aktien. Kombinieren Sie etwa den MSCI World mit einem europäischen ETF, besparen Sie Unternehmens-Aktien doppelt, die in beiden ETFs vorkommen.

3. Wählen Sie nur in Europa gehandelte ETFs

Die internationalen Märkte bieten mindestens ebenso gute Renditechancen wie die europäischen. Doch außerhalb Europas werden ETFs in Fremdwährungen – hauptsächlich in US-Dollar – gehandelt. Dadurch fallen für Sie weitere Handelskosten in Form von Währungsumrechnungen an. Dies können Sie zwar vermeiden, indem Sie ein ausländisches ETF-Depot in der entsprechenden Währung eröffnen, dafür werden die steuerliche Handhabung und die generelle Finanzverwaltung verkompliziert. Für erfahrene Trader stellt dies kein Problem dar, Neulingen im Wertpapiermarkt wird der Einstieg so aber unnötig erschwert.

4. Nutzen Sie das Angebot Ihrer Bank

Viele Hausbanken bieten eigene Online-Depots an, über die Sie auch Sparpläne einrichten können. Für den Anfang erleichtert das Ihr Finanzmanagement ungemein, da Sie alle Finanzprodukte über Ihr Online-Banking erreichen und bearbeiten können. Zudem entfällt in diesem Fall der Verifikationsprozess, da Ihre Hausbank bereits alle Personalien vorliegen hat. Sie können also sofort einen ETF-Sparplan einrichten.

5. Ein kostenloses Depot eröffnen

Sie können über die meisten Online-Broker ein kostenloses ETF-Depot eröffnen. Im Gegensatz zu einigen Angeboten der Direktbanken sind diese Depots nicht an Mindesteinzahlungen oder monatliche Orderzahlen gebunden. Vor allem, wenn Sie nur kleine Beträge ansparen wollen, können Sie so viel Geld an den Verwaltungskosten sparen.

Sparplan pausieren

Ob Sie Ihren Sparplan pausieren können, hängt von der Sparplanart ab. In den meisten Fällen ist das aber ohne Probleme jederzeit möglich. Haben Sie selbst einen ETF-Sparplan eingerichtet, müssen Sie nur die Raten aussetzen und zahlen erst dann wieder ein, wenn für Sie der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Auch die meisten fremdverwalteten Sparpläne über die Robo-Advisors lassen sich jederzeit und ohne negative Konsequenzen pausieren. Welche Spielräume sich Ihnen dabei bieten, können Sie aber nur bei Ihrem ETF-Broker erfahren.

ETF-Sparplan verkaufen

Ihre ETF-Anteile können Sie jederzeit verkaufen, da ein klassischer Sparplan an keine Laufzeiten gebunden ist. Die bereits erworbenen Anteile werden am Handelsplatz Ihrer Wahl – etwa XETRA oder die Commerzbank als Direkthandelspartner – verkauft. Hier können Sie sich die Börse mit den besten Preisen auswählen, Sie sind nicht an einen bestimmten Handelsplatz gebunden.

Beachten Sie bitte beim ETF-Sparplan Verkauf darauf, dass auch hier Kosten in Form von Ordergebühren anfallen. Sind diese Ihnen bei Ihrem aktuellen Broker zu teuer, können Sie Ihr ETF-Depot auch zu einem anderen Broker übertragen.

Den ETF-Sparplan kündigen

Besparen Sie individuell einen ETF-Sparplan, können Sie diesen jederzeit ändern, pausieren und auch kündigen. Sie sind in diesem Fall an keine Laufzeit gebunden. Es verhält sich eher wie ein Dauerauftrag, der sich ebenfalls jederzeit ändern und löschen lässt. Gehen Sie hierzu in Ihr Online-Banking oder dem User-Interface Ihres Brokers. Hier finden Sie alle entsprechenden Verwaltungsmöglichkeiten.

Anders sieht es bei speziellen, meist zweckgebundenen ETF-Sparplänen aus. Hier müssen Sie sich eventuell an anfangs festgelegte Laufzeiten halten oder Abschläge bei einer frühzeitigen Kündigung hinnehmen.

Wollen Sie Ihr ETF-Depot komplett auflösen, müssen Sie einen entsprechenden Antrag bei Ihrer Bank bzw. Ihrem Broker stellen. Diese verkaufen dann Ihre ETF-Anteile, sofern Sie dies nicht vorher selbst getan haben. Der Gegenwert wird dann nach Abzug von möglichen Verwaltungskosten und Gebühren auf Ihr Referenzkonto ausgezahlt.

Vor- und Nachteile von ETF-Sparplänen

Manche Werbeversprechen bezüglich eines ETF-Sparplans klingen zu schön, um wahr zu sein. Für viele unerfahrene Anleger kann schnell der Eindruck entstehen, dass ein ETF-Sparplan gar keine Risiken birgt. Doch das ist ein Irrtum. Fakt ist, dass die Vorteile die Nachteile deutlich überbieten. Auch, dass die unten aufgeführten ETF Nachteile viele Anleger gar nicht berühren. Dennoch können sie das Verlustrisiko steigern bzw. die Rendite deutlich schmälern.

Vorteile:

  • Breite Streuung
  • Besonders günstig
  • Zinseszinseffekt
  • Bereits mit kleinen Beträgen sparfähig
  • Nur grundlegende Börsenkenntnisse notwendig
  • Ohne viel Aufwand nutzbar

Nachteile:

  • Passiv gemanagt
  • Nur für sehr langfristige Investments geeignet
  • Kaum Beratung
  • Feste Kauftermine

Zusammenfassung

Ein ETF-Sparplan ist in der aktuellen Niedrigzinspolitik die beste Möglichkeit, langfristig gute Renditen zu erzielen und so ein beachtliches Vermögen aufzubauen. Nicht zuletzt überzeugen ETFs im Vergleich zu anderen Investments mit ihren günstigen Kosten und der einfachen Einrichtung. Gerade diese Eigenschaften machen einen ETF-Sparplan vor allem für private Kleinanleger attraktiv. Sie benötigen nur grundlegendes Börsenwissen und können ohne viel Aufwand an den Börsen mitmischen.

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