Depotwechsel Prämie 2019 – Angebote, Bedingungen, Ratgeber

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Gründe für einen Depotwechsel gibt es viele: Schlechter Service, mageres Angebot oder teure Fixkosten. Insbesondere hohe Gebühren können Ihre Rendite drastisch reduzieren. Damit Ihre Kursgewinne wirklich bei Ihnen ankommen, benötigen Sie ein Wertpapierdepot ohne viele Kosten. Mit einem Depotwechsel können Sie diese Kosten reduzieren. Zudem winkt oft eine attraktive Depotwechsel Prämie. Der Wechsel selbst ist schnell und kostenlos. Wir erklären Ihnen verständlich, auf was es beim Depotwechsel ankommt und wie Sie konkret vorgehen sollten.

Aktuelle Depotwechsel Prämien im Überblick (Stand 10/2019)

Auf dem Markt tummeln sich viele Anbieter für Wertpapierdepots. Um sich gegenseitig die Kunden abzujagen, bieten viele eine attraktive Depot Wechselprämie an. Um Ihnen einen ersten Überblick zu verschaffen, haben wir alle wichtigen Informationen zu den interessanten Banken und Brokern zusammengestellt. Vergleichen Sie direkt!

AnbieterWechselprämieDepotwert
(min. - max.)
AktionsdetailsMehr Infos

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Depotübertrag
2,00% p.a. Tagesgeldzinsen für 12 Monate sowie 10 Free Trades7.000 - 40.000 €Mindesteinlage von 7.000 €

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Depotwechsel
2,00% p.a. Festgeldzinsen für 6 Monate25.000 - 100.000 €Mindesteinlage von 25.000 €

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50 bis 5.000 € Bargeldprämie (0,75 % des Depotwerts)5.000 €Mindesteinlage von 5.000 bis 500.000 €

Weitere Neukunden-Aktionen

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Handeln für 3,80 € pro Order +
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6 Monate lang für 4,99 € pro Order unabhängig vom Volumen

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6 Monate nur 2,90 € pro OrderBis zum 30.10.2019
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500 € Tradeguthaben bei Depoteröffnung für alle Morgan Stanley Produkte+ Bis zum 31.01.2020
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Wann spricht man von einem Depotwechsel?

Ein Depotwechsel liegt dann vor, wenn das Depot innerhalb der gleichen Bank oder zwischen zwei verschiedenen Finanzinstituten gewechselt wird. Dabei werden die Wertpapiere (Aktien, ETFs oder Zertifikate) aus dem einen in ein anderes Wertpapierdepot übertragen. Dieser Übertrag erfolgt in der Regel elektronisch und ist vollkommen unkompliziert. Die meisten Banken unterstützen ihre Kunden sogar dabei und übernehmen für sie die meisten Formalitäten. Zudem ist der Depotübertrag für Sie innerhalb Deutschlands immer kostenlos, so hat der Bundesgerichtshof (BGH) in zwei Urteilen entschieden. Bei einem Wechsel ins oder aus dem Ausland hingegen dürfen Banken die anfallenden Kosten auf die Kunden weiterreichen. Sie als Anleger sollten in diesem Fall besonders gründlich die Kosten überprüfen, denn es können teils erhebliche Gebühren fällig werden.

Die Gründe für einen Depotwechsel können vielfältig sein. Entweder locken tolle Wechselprämien, ein besserer Service oder niedrigere Gebühren. Vor allem letztes kann Ihre Depotkosten senken, wodurch Ihr Gewinn steigt.

Darum lohnt sich ein Depotwechsel

Ein Depot soll maximale Gewinne ausschütten. Diese werden allerdings durch die Gebühren geschmälert. Um Ihren Gewinn zu maximieren, sollten Sie sich daher nach einem günstigeren Gebührenmodell umsehen. Ein Depotwechsel ist innerhalb Deutschlands vollkommen unkompliziert. Und das gänzlich kostenlos. Der Gesetzgeber kommt hier allen Anlegern sehr entgegen: Mit den beiden Urteilen Az. XI ZR 200/03 und Az. XI ZR 49/04 hat der BGH entschieden, dass Kreditinstitute keine gesonderten Gebühren für den Übertrag einzelner Wertpapierposten und kompletter Depots berechnen dürfen. Doch nicht immer sind es die Kosten, die einen zu einem Depotwechsel bewegen. Manchmal passen einfach die Anlagestrategien oder die angebotenen Produkte nicht mehr mit Ihren Vorstellungen überein. Auch hier kann ein Wechsel Ihr Trading nachhaltig verbessern.

Vorteile eines Depotwechsels

  • Unnötigen Verwaltungsaufwand einsparen
  • Erleichterte Steuererklärung durch Nutzung eines einzigen Wertpapierdepots
  • Mit einem einzigen Depot besser den Überblick über alle Wertpapiere behalten
  • Kein Gegenrechnen mehr der Gewinne und Verluste von verschiedenen Depots
  • Kosten durch Gebühren reduzieren

Gebühren kosten Rendite

Vor allem der Kostenfaktor ist ein Grund für einen Depotwechsel. Er beeinflusst die Gewinnmarge maßgeblich. Gebühren sind unabhängig von der Marktentwicklung und fallen insbesondere in schlechten Börsenzeiten stark ins Gewicht – auch, wenn Aktien, ETFs und Zertifikate an Wert verlieren. Diese Kosten beim Wertpapierhandel fallen sowohl bei Haus- als auch bei Direktbanken an. Jedoch unterscheiden sich die Bedingungen und Höhen teils erheblich voneinander. Ein Depot Vergleich mit einem genauen Blick auf die Konditionen lohnt sich also. Mit einem Depotwechsel können Sie diese Kosten verringert und dauerhaft reduziert. Es ist ein erster Schritt, um Ihre Erträge zu optimieren. Im Folgenden stellen wir Ihnen alle kritischen Gebühren kurz vor.

Jährliche Grundgebühr

Diese sind vor allem für jene Anleger eine wichtige Stellschraube, die selten Trades ausführen. Vor allem, wenn eher konservative und auf Sicherheit bedachte Anlagemöglichkeiten bevorzugt werden – etwa über einen ETF-Sparplan.

Orderkosten

Diese sind wiederum für Vieltrader eine mögliche Stellschraube. Ordergebühren fallen beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren an. Immer dann, wenn Aufträge durch den Depot-Anbieter ausgeführt werden. Orderkosten können abhängig und unabhängig vom Ordervolumen sein. Vor allem unabhängige Orderprovisionen können deutliche Kostenvorteile bringen. So bedeutet eine Orderprovision von 0,25% bei 10.000 EUR Einsatz bereits 25 EUR Gebühren. Deutlich günstiger sind da Festgebühren etwa in Höhe von 5 EUR je Trade. Diese Orderkosten gelten in der Regel für alle Wertpapiere an allen deutschen Handelsplätzen.

Weitere Handelsgebühren

Fast immer kommen zu den Orderkosten auch eine Handelsplatzgebühr von 2 EUR sowie die obligatorische Börsengebühren. Die Börsengebühr kann bis zu 40 % der Gesamtgebühren ausmachen. Sie setzt sich aus verschiedenen Posten zusammen, etwa der Maklercourtage und dem Entgelt für den Börsenplatz. Die Börsengebühr wird bei jedem Anbieter anders abgerechnet, daher lohnt sich auch hier ein genauer Vergleich. Eine prozentuale Orderprovision kann inklusive aller weiteren Handelsgebühren mit bis über 40 EUR zu Buche schlagen.

Direkthandel

Einige Broker bieten einen außerbörslichen Direkthandel über Handelsplätze wie Tradegate. In diesem Falle entfällt die Börsengebühr. Banken oder Broker kaufen Wertpapiere an und verkaufen diese wieder über Handelsplätze. Anleger kennen den Orderpreis im Normalfall daher ganz genau, börsenbedingte Kursschwankungen sind nicht zu befürchten.

Kontoführungsgebühren, Depotgebühren

Viele Anbieter – insbesondere Direktbanken – bieten bereits kostenlose Wertpapierdepots an. Für alle, die ausschließlich über das Internet handeln ist dies wohl alternativlos. Viele Filialbanken kommen diesem Trend zumindest entgegen und bieten eine kostenlose Depotführung, wenn ein Mindestbetrag an Wertpapieren hinterlegt ist.

Ein kurzer Vergleich: Bei einer Stadtsparkasse werden 250 EUR verlangt für Wertpapiere im Wert von 5.000 EUR, die 10 Jahre gehalten werden. Bei einer Direktbank müssen Sie für dieselbe Leistung keine 10 EUR bezahlen, weitere Gebühren fallen in der Regel nicht an.

Maklergebühren

Der Bid-ask-spread ist eine Art Maklergebühr. Er ist die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Wertpapiere, die im großen Umfang gehandelt werden (etwa ETFs), besitzen einen niedrigen Bid-ask-spread von weniger als 0,1 Prozent. Bei seltenen Papieren hingegen kann die Differenz auch mehrere Prozentpunkte betragen. Zudem ist die Differenz außerhalb der Börsenzeiten deutlich höher. Entscheidend ist daher die Öffnungszeit der Heimatbörse eines Wertpapiers.

Jetzt das Depot wechseln

Am besten ist es, wenn Depot- und Ordergebühren gleichsam niedrig sind; dann ist das Einsparpotential für Sie am größten. Aus welchen Gründen Sie auch Ihr Depot wechseln wollen, wir führen Sie durch den Prozess. Ein Depotwechsel ist eigentlich unkompliziert und erfordert wenig Arbeitsaufwand Ihrerseits. Einzig die Suche nach einem neuen Wertpapierdepot ist etwas zeit- und nervenaufwendiger.

Den passenden Anbieter finden

Bei dem aktuellen Angebot an Banken und Brokern fällt es nicht immer leicht, den Anbieter mit dem passenden Angebot zu finden. Das Bundesamt der Verbraucherzentralen bietet hierfür eine ausführliche Checkliste, anhand derer Sie ganz schnell den passenden Anbieter ermitteln können. Auch ein Direktvergleich mit der aktuellen Bank ist dabei möglich.

Es gibt Kriterien, anhand derer Sie schnell den richtigen Anbieter finden können. Sie sollten dennoch etwas Zeit in die Suche investieren. Denn: Eine pauschale Antwort auf die Frage, was einen guten Broker ausmacht, gibt es leider nicht. Jeder Trader hat seine eigenen Ziele und Vorstellungen und muss den dafür passenden Broker finden. Mit den folgenden Kriterien vereinfachen wir Ihnen diese Suche.

1. Anlagetyp festlegen

Zu Anfang sollte Sie sich darüber klar werden, welche Anlagen Sie am liebsten durchführen. Manche Trader beschränken sich etwa nur auf einen bestimmten Anlagetyp oder einen bestimmten Markt. Basierend auf dieser Erkenntnis können Sie nun einen Broker suchen, der auf eben diese Anlagetypen spezialisiert ist und Ihnen dadurch eine große Auswahl bieten kann.

2. Produkte wählen

Auch die Frage nach den Produkten, die Sie handeln wollen, ist wichtig. Ihr gewählter Broker sollte diese anbieten, was nicht immer die Regel ist. Kontrollieren Sie daher immer auch die angebotenen Produkte eines Brokers vor Ihrer Entscheidung.

3. Risikobereitschaft bestimmen

Sicherheit oder Risiko? Hier geht es vor allem darum, ob Sie das schnelle Geld suchen oder langfristige Anlageoptionen bevorzugen. Vor allem ersteres hat seinen Reiz (und Suchtpotential), allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, statt fette Devisen hohe Verluste zu erleiden, wesentlich höher.

4. Erfahrungen evaluieren

Welches Fachwissen bringen Sie mit? Und können Sie aus einem großen Erfahrungsschatz schöpfen? Laien, die kaum Erfahrungen am Markt sammeln konnten, haben mehr Probleme bei der Suche nach dem geeigneten Wertpapierdepot. Über ein Demokonto oder einer aktiven Community beim Social Trading können sie fundiertes Wissen sammeln.

Besitzen Sie jedoch bereits ein breit gefächertes Vorwissen, sollte Ihnen die Wahl nach einem neuen Broker auf der Basis Ihrer Erfahrungen wesentlich leichter fallen. Behalten Sie einfach stets im Hinterkopf, dass sich die aktuellen Probleme bei Ihrem neuen Anbieter nicht wiederholen sollten.

5. Service und Support

Insbesondere, wenn sie international handeln oder Ihr Broker im Ausland sitzt, sind ein mehrsprachiger Support oder gute Englischkenntnisse fundamental. Auch der Kundenservice sollte im Ernstfall schnell und kostengünstig erreichbar sein.

Je nachdem, welche Form der Hilfestellung Sie bevorzugen, sollten Sie bei der Wahl des neuen Anbieters auf die Auswahlmöglichkeiten achten. Reicht Ihnen ein E-Mail Support oder bevorzugen Sie einen Live-Chat? Welche Sprachen sind für sie akzeptabel? Und müssen Sie jederzeit jemanden erreichen können oder reichen Ihnen klassische Geschäftszeiten?

6. Bonusprogramme

Viele Banken locken mit einem attraktiven Bonus für Neukunden oder Gutschriften, wenn Sie Freunde anwerben. Auch Sonderzinsen, die zeitlich und in Abhängigkeit zur Einlagenhöhe befristet werden, sind möglich.

Vieltrader sollten sich danach umsehen, ob die ersten Trades kostenlos sind. Entspannte Trader hingegen sollten etwa nach kostenlosen ETF-Sparplänen suchen.

Tipp: Langfristig planen
Wechseln Sie nicht den Anbieter aufgrund eines attraktiven aber kurzfristigen Prämienangebots! Vergleichen Sie genau Angebote und die Kosten. Achten Sie dabei auf ihre langfristigen Ansprüche und Ziele und entscheiden Sie daran, welche Bedingungen Ihnen auf lange Sicht die meisten Vorteile bringen.

So gehen Sie bei einem Depotwechsel vor

Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung führen wir Sie durch den Wechselprozess. Wir geben Ihnen nützliche Tipps und Hinweise, wie Sie Ihren Depotwechsel gänzlich unkompliziert vorbereiten und durchführen – natürlich kostenlos.

1. Setzen Sie Ihren alten Anbieter auf den Prüfstand

Die Bank, über die Sie handeln, muss zu Ihren Bedürfnissen und Zielen passen. Stellen Sie daher die Kosten mit dem Nutzen gegenüber und vergleichen Sie das Angebot mit der Konkurrenz. Dafür müssen Sie alle Kosten genau aufstellen – von der Grund- bis zu den Ordergebühren. Fragen Sie sich dabei, ob das Angebot noch zu Ihrer Anlagestrategie passt.

Manche Banken ändern mit der Zeit ihre Anlagestrategie und setzen dabei auf andere Wertpapiere. Dadurch können sie für einige Anleger plötzlich unattraktiv werden. Auch das Gebührenmodell kann irgendwann nicht mehr passen. Einige Banken erheben volumenabhängige Gebühren auf Indexfonds oder der Handel mit bestimmten Wertpapieren kostet mehr als bei der Konkurrenz.

Tipp: Aktionen nutzen
Viele Depotanbieter locken mit lukrativen Wechselangeboten, wie Gutscheine, Rabatte oder Gebührenerlasse. Auch kostenlose Trades sind keine Seltenheit und vor allem für Vieltrader interessant. Lassen Sie sich aber nicht blenden, sondern vergleichen Sie genau. Denn ein interessanter Bonus garantiert nicht, dass alle weiteren Bedingungen und Produkte zu Ihnen passen.

2. Neues Wertpapierdepot bei neuer Bank eröffnen

Erst mit einem neuen Depot können Sie einen Depotwechsel anstoßen. Ohne ein existierendes Wertpapierdepot kann schlicht kein Depotübertag in Auftrag gegeben werden. Ein neues Wertpapierdepot können Sie bei einer Filialbank oder einer Direktbank eröffnen. Bei Filialbanken übernehmen das die Bankberater. Bei Direktbanken kann eine Depoteröffnung nur online geschehen. Für eine Depot-Neueröffnung müssen sich zweifelsfrei identifizieren, legen Sie daher bei der Eröffnung ihren Personalausweis vor. Direktbanken ohne Filiale nutzen dafür das PostIdent-Verfahren. Bis die Unterlagen bei der neuen Bank eingegangen und im System hinterlegt sind können einige Tage verstreichen. Manche Banken bieten alternativ auch das VideoIdent-Verfahren an, bei dem mittels Videoschaltung ein Depot eröffnet werden kann.

3. Depotübertrag beauftragen

Mit dem neuen Wertpapierdepot können Sie nun den Depotübertrag anweisen. Dies ist innerhalb Deutschlands kostenlos, Kreditinstitute dürfen laut dem BGH keine gesonderten Gebühren beim Depotübertrag berechnen. Die meisten Banken bieten hierfür einen bequemen Umzugsservice an. Ihnen als Kunde wird damit ein Großteil der Arbeit abgenommen. Sie ermächtigen Ihre neue Bank, Ihre ehemaligen Depots zu übertragen. Auch einzelne Aktien, Fonds und Zertifikate können dafür einzeln ausgewählt werden.

Hinweis: Anfallende Fremdkosten kann eine Bank an ihre Kunden weiterreichen. Dies ist der Fall, wenn die Wertpapiere im Ausland lagern oder nicht via Clearstream verwahrt werden (Clearstream ist eine Schnittstelle zwischen Online-Brokern).

4. Anschaffungsdaten überprüfen

In Deutschland ansässige Banken müssen alle Anschaffungsdaten (Kaufdatum und -kurs) Ihrer Wertpapiere weitergeben. Dazu sind sie gesetzlich verpflichtet. Dennoch können dabei Fehler auftreten. In einigen Fällen werden die Anschaffungsdaten fehlerhaft oder gar nicht übertragen. Zudem gilt die Verpflichtung nicht für im Ausland ansässige Banken. In diesen Fällen müssen Sie diese manuell prüfen und gegebenenfalls händisch nachtragen. Im neuen Depot finden Sie dafür eine entsprechende Option.

Tipp: Bürokratie vermeiden! Lassen Sie sich direkt von Ihrem alten Anbieter bestätigen, dass die Anschaffungsdaten beim Depotübertrag vollständig an das neue Finanzinstitut übermittelt wurden. Dann entfällt nämlich die pauschale Besteuerung, die bei „Neufällen“ erhoben wird. Diese Steuern können Sie über Ihre jährliche Steuererklärung geltend machen, dies ist jedoch aufwendiger.

5. Altes Wertpapierdepot kündigen

Sind alle Wertpapiere zum neuen Depot übertragen, sollte das alte Depot beim bisherigen Anbieter gekündigt und aufgelöst werden. Denn dies geschieht nicht automatisch. In der Regel ist es für Sie vorteilhafter, nur ein Wertpapierdepot zu besitzen, da vor allem der Verwaltungsaufwand und Verwaltungskosten einspart. Letzte Bruchstücke von Fondsanteilen müssen Sie vor der Auflösung noch verkaufen. Die Bank übernimmt dies meist automatisch und überweist den Erlös auf das angegebene Referenz- bzw. Verrechnungskonto. In einigen Fällen übernimmt dies sogar Ihre neue Bank bzw. Ihr neuer Broker.

So lange dauert ein Depotwechsel

Insgesamt kann ein Depotwechsel mehrere Tage oder Wochen in Anspruch nehmen. Zwar ist ein Depotübertrag schnell mit dem entsprechenden Formular beantragt, doch damit allein ist es nicht getan. Wie wir bereits weiter oben beschrieben haben, gehören zum Prozess des Depotwechsels mehrere Teilschritte. Betrachten wir diese einmal genauer:

1. Depoteröffnung bei einem neuen Anbieter: 2-5 Werktage

2. Beauftragung eines Depotübertrags: 2-4 Wochen

Da die abgebende Bank und die Verwahrstellen daran beteiligt sind und vor jeder Bestätigung das Vier-Augen-Prinzip gilt, kann der Übertrag einige Wochen dauern. Ein Übertrag von ausländischen Wertpapieren kann noch mehr Zeit in Anspruch nehmen.

3. Verkauf und Verrechnung von Fondsanteilen: 1-3 Tage

Dies kann länger dauern, wenn etwa die entsprechende Börse geschlossen bleibt oder sich kein Käufer findet. Eine Alternative wäre dann der Verkauf an die Fondsgesellschaft.

4. Auflösung des alten Wertpapierdepots inklusive Verrechnungskonto: 2 Tage

Die Auflösung selbst ist noch am selben Tag erledigt. Lediglich der Übertrag des Verrechnungskontos auf ein anderes Konto dauert in der Regel 2 Werktage.

Hinweis: Dauer des Depotübertrags
Dieser kann einige Tage oder sogar Wochen dauern. Sie haben in dieser Zeit keine Verfügung über Ihre Wertpapiere. Während des Depotübertrags sind daher keine Käufe oder Verkäufe möglich. Führen Sie also nur dann einen Depotwechsel durch, wenn der Markt gerade ruhig ist und keine gravierenden Marktänderungen zu befürchten sind (etwa durch neue Gesetzestexte).

Wann ein Zweitdepot sinnvoll ist

Es kann für Sie steuerlich von Vorteil sein, ein Zweitdepot zu halten:

Seit dem 01.01.2009 gilt die Abgeltungssteuer. Sie beträgt 25 % und wird immer dann fällig, wenn Sie Kursgewinne oder Dividenden erzielen oder Zinsen erhalten. Die Abgeltungssteuer wird automatisch von Ihrer Bank oder Ihrem Broker an das zuständige Finanzamt abgeführt. Für Wertpapiere, die vor dem 01.01.2009 erworben wurde, gilt diese Abgeltungssteuer allerdings nicht.

Nun gilt beim Handel mit Wertpapieren „First in – first out“. Das bedeutet, dass immer die Wertpapiere als erstes verkauft werden, die auch als erstes gekauft wurden. Ob Sie auf Ihre Wertpapiere Abgeltungssteuer zahlen müssen, ist abhängig von deren Einbuchungsdatum im Depot. Wertpapiere, die Sie vor dem 01.01.2009 erworben haben, sind von der Abgeltungssteuer befreit. Sie stehen unter Bestandsschutz und können auch in Zukunft noch steuerfrei veräußert werden. Damit Sie mitbestimmen können, ob solche Wertpapiere verkauft werden oder nicht, können Sie diese in einem separaten Depot verwalten. Alte und neue Bestände lassen sich so bequem getrennt voneinander verwalten.

Anfallende Steuern bei einem Depotwechsel

Für die Steuern ist es wichtig, welche Art von Übertrag vorliegt. Sofern der Inhaber des Depots nach dem Wechsel derselbe bleibt, sind keine steuerlichen Folgen zu befürchten. Hier spricht man vom sogenannten Depotübertrag ohne Gläubigerübertragung. Übertragen Sie Ihre Wertpapiere auf eines Ihrer Depots, werden auch die Anschaffungsdaten mit dem Datum des Erwerbs übermittelt. So lässt sich schnell ermitteln, für welche Wertpapiere die oben erwähnte Abgeltungssteuer gilt und welche davon befreit sind. Auch Verlustverrechnungstöpfe lassen sich bei einem identischen Depotinhaber übertragen, die Einfluss auf Ihre Kapitalertragsteuer haben. Auch bei einer Schenkung fallen keine Steuern an. Jeder andere Übertrag, bei dem die Inhaber nicht identisch sind, wird als Veräußerung verstanden. In diesem Fall wird die Abgeltungssteuer fällig, die automatisch an das zuständige Finanzamt abgeführt wird.

Zusammenfassung

Ein Depotwechsel ist eine sehr gute Möglichkeit, teure Gebühren und schlechten Service zu umgehen und so die eigenen Gewinne zu steigern. Viele Depotanbieter werben mit Depot Wechselprämien um die Gunst der Anleger. Doch bei einem Depotwechsel müssen Sie einiges beachten. Insbesondere ausländische Wertpapiere können beim Wechsel den angepriesenen Wechsel Bonus schnell zunichte machen. Zudem können Sie während eines Depotübertrags nicht mit Ihren Wertpapieren handeln – für bis zu 4 Wochen lang! Wählen Sie daher eine marktruhige Zeit aus für einen ganz entspannten Wechsel.

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